Kiko and the Dragon's Oath

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Der Wind heulte durch die skelettartigen Äste des versteinerten Waldes, ein klagendes Lied, das über die trostlose Landschaft hallte. Kiko, kaum ein Mann, stand trotzig gegen den Sturm, sein abgetragener Umhang wehte hinter ihm. Seine Augen, die Farbe von Sturmwolken, verengten sich gegen den wirbelnden Staub. Das war es: der Prüfstand, der Ort, an dem seine Drachenbindung geschmiedet – oder zerbrochen – werden würde.

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Er umklammerte den Drachenstein, dessen Oberfläche kühl in seiner Hand lag. Das uralte Artefakt pulsierte mit einem schwachen, inneren Licht, ein Leuchtfeuer in der sich ausbreitenden Dunkelheit. Es war das Erbe seiner Familie, der Schlüssel zur Entfesselung der Drachenkraft... wenn er würdig war. War er würdig? Zweifel nagten an ihm.

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„Du bringst dich noch um, Kiko“, rief eine Stimme. Hana, seine Jugendfreundin, kam hinter einem versteinerten Baum hervor, ihr Gesichtsausdruck eine Mischung aus Besorgnis und Verzweiflung. „Du bist nicht bereit dafür. Der Dracheneid ist eine Legende, ein Narrenstück!“ Er umklammerte den Drachenstein nur noch fester. Er musste es versuchen.

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Plötzlich bebte der Boden. Ein ohrenbetäubendes Brüllen zerriss die Luft. Der Drachenstein pulsierte heftig, die smaragdgrünen Risse loderten mit einem überirdischen Licht. „Der Drache!“, rief Hana, ihre Augen weit vor Entsetzen. Das Ritual hatte begonnen... ob er bereit war oder nicht.

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„Das kannst du nicht tun!“, schrie Hana und packte seinen Arm. „Du bist nicht stark genug! Du wirst verbrannt werden!“ Kiko riss seinen Arm los, sein Gesicht eine Maske der Entschlossenheit. „‚Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt‘, Hana. Konfuzius sagte das, und ich mache meinen.“ Er musste sich dem Drachen stellen. Er hatte keine Wahl.

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Er trat vor, mitten ins Herz des Sturms. Die Luft knisterte vor Energie, und der Geruch von Ozon erfüllte seine Nasenflügel. Vor ihm tauchte der Drache aus dem wirbelnden Staub auf, eine kolossale Silhouette vor dem stürmischen Himmel. Seine Augen brannten wie geschmolzenes Gold und fixierten Kiko mit uralter Intelligenz.

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„Sterblicher“, dröhnte die Stimme des Drachen und ließ den Boden unter Kikos Füßen erzittern. „Du suchst den Drachenschwur? Was macht dich würdig?“ Kiko blieb standhaft und umklammerte den Drachenstein. „Ich suche den Schutz meines Volkes“, erklärte er, seine Stimme zitternd, aber fest. „Um das Land zu heilen, das von der Seuche vergiftet wurde.“

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Der Drache höhnte, eine Rauchwolke entwich seinen Nüstern. „Beschützen? Heilen? Du bist doch nur ein Kind! Du besitzt keine Macht! Ich spüre den Zweifel, der deine Seele quält!“ Er stürzte sich vor, seine massiven Klauen griffen nach Kiko. Das war es. Das Ende.

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Doch dann erinnerte er sich. An die Worte seines Großvaters, die dieser auf seinem Sterbebett geflüstert hatte: „Der Drachenstein … er schwingt mit Mut, nicht mit Macht. Er verstärkt, was bereits in dir ist.“ Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf den brennenden Wunsch, sein Volk zu retten. Hana zu beweisen, dass sie im Unrecht war. Würdig zu sein.

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Er öffnete die Augen. Eine Energiewelle brach aus dem Drachenstein hervor, nicht nach außen, sondern nach innen, erfüllte ihn mit einer Wärme, die er nie gekannt hatte. Sie gab ihm keine Macht, sondern... Klarheit. Er verstand jetzt. Der Dracheneid handelte nicht davon, den Drachen zu überwältigen, sondern ihn zu verstehen.

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„Drache“, sagte Kiko, seine Stimme nun fest. „Ich versuche nicht, dich zu kontrollieren. Ich suche deine Weisheit. Die Seuche... sie ist keine natürliche Krankheit. Sie ist eine Verderbnis, eine Wunde auf dem Land. Was hat sie verursacht?" Der Drache hielt inne, seine goldenen Augen verengten sich.

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„Der Schatten“, grollte der Drache, das Wort jagte Kiko einen Schauer über den Rücken. „Ein uraltes Übel… es trachtet danach, alles Leben zu verzehren, die Welt in einen Spiegel seines eigenen trostlosen Herzens zu verwandeln.“ Hana rannte zu Kikos Seite, ihr Gesicht bleich. „Der Schatten? Das ist doch nur eine Geschichte!“

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Der Drache brüllte, ein Laut reiner Trauer. „Eine Geschichte? Nein, Sterblicher. Es ist eine Erinnerung... ein Fluch. Und er kehrt zurück.“ Der Boden begann erneut zu beben, doch dieses Mal war es nicht das Beben der Drachenkraft. Es war etwas viel... Dunkleres.

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„Wir müssen es aufhalten“, erklärte Kiko, seine Augen brannten mit einem neuen Feuer. „Bevor es alles verzehrt.“ Hana, die die Entschlossenheit in seinem Gesicht sah, nickte schließlich. „In Ordnung“, sagte sie, ihre Stimme fest. „Was machen wir?“

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„Wir müssen die Quelle der Seuche finden“, sagte Kiko und wandte sich dem Drachen zu. „Den Ort, an dem der Schatten zuerst Wurzeln geschlagen hat. Könnt Ihr uns den Weg zeigen?“ Der Drache nickte, seine goldenen Augen erfüllt von einer Mischung aus Hoffnung und Trauer. „Ich kann euch führen… aber der Weg wird voller Gefahren sein.“

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Und so machten sich Kiko, Hana und der Drache auf den Weg in die verfluchten Lande, ihre Reise hatte gerade erst begonnen. Sie wussten, dass der Weg vor ihnen lang und beschwerlich sein würde, voller Gefahren, die ihre kühnsten Vorstellungen übertrafen. Aber sie hatten keine Angst. Sie hatten einander. Sie hatten Hoffnung.

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„Weißt du“, sagte Hana und durchbrach die Stille, „ich habe mich geirrt. Was dich angeht. Was alles angeht.“ Kiko lächelte. „Wir alle machen Fehler, Hana. Das Wichtigste ist, dass wir aus ihnen lernen. Und dass wir niemals aufgeben.“

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Aber was sie nicht wussten... war, dass der Schatten sie bereits beobachtete. Wartete. Und er hatte einen eigenen Plan. Einen Plan, der ihren Mut, ihre Freundschaft und ihre Seelen auf die Probe stellen würde.

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Kiko, gestärkt durch den Drachenstein und die Bande der Freundschaft, schwor, sich allem zu stellen, was vor ihm lag. Er war nicht länger nur ein Junge aus einem kleinen Dorf. Er war ein Wächter. Ein Beschützer. Er war bereit.

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Und als die Sonne endlich durch die Wolken brach und ein goldenes Licht auf die verfluchten Länder warf, wusste Kiko, dass ihre Reise gerade erst begonnen hatte. Der Schatten wartete. Der Kampf würde lang und hart werden. Aber mit dem Drachen an ihrer Seite und dem Drachenstein in seiner Hand hatten sie eine Chance. Eine Chance, die Welt zu retten.