Room 204

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Unter dem verschlafenen Dorf Hollow Creek lag eine unsichtbare Welt, eine weitläufige Höhlenstadt, die in die Knochen der Erde gehauen war. Kristalline Strukturen pulsierten mit einem inneren Licht und beleuchteten Wege, die sich durch kolossale Stalaktiten schlängelten. Eine junge Frau, verhüllt und mit Kapuze, bewegte sich zielstrebig durch den geschäftigen Marktplatz, ihr Gesicht im Schatten verborgen.

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Ihr Name war Anya, und sie war die Beschützerin von Hollow Creek, eine Wächterin gegen die Dunkelheit, die ihre unterirdische Welt zu verschlingen drohte. Anyas Volk brauchte sie – sie waren auf ihre Geschicklichkeit mit der Klinge angewiesen. Sie musste bereit sein.

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Ältester Rowan, dessen Gesicht von Sorge gezeichnet war, näherte sich Anya. „Die Erschütterungen werden stärker, Anya. Die Seherin spricht von einer wachsenden Dunkelheit. Bist du bereit für diese Verantwortung?" Rowan trug einfache selbstgewebte Roben, sein silbernes Haar fiel ihm über die Schultern.

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Ein ohrenbetäubendes Grollen erschütterte die Höhle und ließ Staub von der Decke regnen. Risse zogen sich spinnennetzartig über die Steinwände. „Es hat begonnen“, erklärte Anya, ihre Augen blitzten vor Entschlossenheit. „Raum zweihundertvier… er muss geöffnet werden.“

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Rowan wich zurück. „Nein, Anya! Dieser Raum ist aus gutem Grund versiegelt! Er birgt unvorstellbare Schrecken!“ Anya packte ihn an der Schulter, ihre Stimme fest. „Wir haben keine Wahl, Rowan. Alles hängt davon ab.“

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Anya raste durch die verwinkelten Tunnel, ihre Stiefel hämmerten auf den Steinboden. Sie ließ panische Dorfbewohner hinter sich. Als sie eine massive, stahlverstärkte Tür erreichte, zog sie ihr Schwert. „Zurücktreten!“, befahl sie.

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Mit einem gewaltigen Schwung zerschmetterte Anya die uralten Siegel. Die Tür knarrte auf und enthüllte einen wirbelnden Wirbel aus Schatten und Licht. Ein gurgelndes Brüllen hallte aus der Dunkelheit wider. Anya zögerte nur einen Moment.

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„Für Hollow Creek!“, rief sie und sprang in den Abgrund. Der Wirbelsturm schloss sich hinter ihr und hinterließ nur Stille. Das Schicksal der Stadt ruhte nun auf ihren Schultern.

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In Zimmer Zweihundertvier befand sich Anya in einer verdrehten Landschaft aus schroffen Felsen und pulsierenden Schatten. Ein monströses Geschöpf, eine gewaltige Masse aus Muskeln und Knochen, stürzte sich auf sie. Seine Augen brannten vor bösartiger Absicht. Sie war bereit.

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Das Geschöpf brüllte und schwang eine massive Klauenhand. Anya wich aus, ihre Bewegungen schnell und präzise. Sie erinnerte sich an die Geschichten... das Geschöpf war anfällig für Licht.

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„Du kannst dich nicht ewig im Dunkeln verstecken!“, rief Anya. Sie bündelte ihre Energie und lenkte das Licht der Kristalle über sich. Ein blendender Strahl brach aus ihrem Schwert hervor und traf die Brust des Geschöpfes. Das Biest heulte vor Schmerz auf.

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Das Wesen stolperte zurück, seine Gestalt flackerte und löste sich auf. Doch ein anderes tauchte aus den Schatten auf. Dann noch eines. Dann viele mehr. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so vielen gegenüberstehen würde“, sagte Anya und fasste neuen Mut.

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Erschöpft und verwundet kämpfte Anya weiter, ihr Schwert ein silberner Blitz. Doch die Kreaturen schwärmten um sie herum, ihre Zahl endlos. Das könnte es gewesen sein, dachte Anya. Dann erinnerte sie sich an etwas Entscheidendes.

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„Das Hindernis für die Tat fördert die Tat. Was im Wege steht, wird zum Weg“, sagte Marcus Aurelius, erinnerte sich Anya. „Ich bin das Hindernis!“ Mit einem Energieschub stieß Anya ihr Schwert in den Boden.

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Eine Welle reinen Lichts strahlte nach außen und verbrannte die Kreaturen auf ihrem Weg. Die Höhle bebte, dann stabilisierte sie sich. Die Dunkelheit wich zurück und enthüllte eine verborgene Kammer. „Es hat funktioniert…“

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In der Kammer fand Anya ein Kristallherz, das pulsierend vor Leben war. Es war die Quelle der Dunkelheit, verdorben durch eine unbekannte Macht. „Es muss gereinigt werden“, erkannte sie, aber wie?

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Ihrer Ausbildung eingedenk, schloss Anya die Augen. Sie konzentrierte sich auf das reinste Licht in ihrem Inneren, die Liebe zu ihrem Volk. Langsam leitete sie diese Energie in den Kristall. Das Herz begann, mit einem helleren, reineren Licht zu leuchten.

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Das Kristallherz pulsierte noch einmal, dann wurde es still und strahlte Frieden aus. Die Dunkelheit war verschwunden. Anya hatte Hollow Creek gerettet... vorerst. Sie spürte etwas... anderes.

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Als Anya aus Raum zweihundertvier kam, wurde sie von jubelnden Dorfbewohnern begrüßt. Sie hatten die Veränderung gespürt, die Abwesenheit der Dunkelheit. Aber Anya wusste, dass dies erst der Anfang war. Die Quelle der Korruption blieb unbekannt.

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Anya starrte in die Tiefen, ihre Augen spiegelten das Licht wider. Die wahre Prüfung stand noch bevor.