Goodnight Moon Village

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„Beeil dich, Elara! Die Parade des Traumwebers beginnt gleich“, rief Leo, dessen Stimme durch die gepflasterten Straßen hallte. Elara, die Mühe hatte, Schritt zu halten, umklammerte ihren abgenutzten Teddybär fester. Das Dorf Somnium, eingebettet auf dem Rücken des schlummernden Riesen, grollte sanft unter ihren Füßen. Häuser, geschnitzt aus Riesenzähnen und mit seinen Fingernägeln gedeckt, leuchteten mit warmem, einladendem Licht.

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Als sie den Platz erreichten, stolperte Elara über einen eigenartigen Gegenstand, der zwischen den Kopfsteinen lag. „Was ist das, Leo?“, fragte sie und hielt eine kleine, kunstvoll geschnitzte Holzpfeife hoch. Leo untersuchte sie genau. „Das sieht aus wie ein Traumrufer, Elara. Mein Opa pflegte zu sagen, dass sie angenehme Träume für jeden herbeirufen können, der sie spielt.“

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„Wir sollten es wahrscheinlich hier lassen“, sagte Leo vorsichtig. Elara betrachtete die Pfeife nachdenklich. „Aber was, wenn heute Nacht jemand einen guten Traum braucht?“, entgegnete sie. Sie erinnerte sich an etwas, das ihre Großmutter einmal gesagt hatte: „Wie Helen Keller sagte: ‚Die besten und schönsten Dinge der Welt können weder gesehen noch berührt werden – sie müssen mit dem Herzen gefühlt werden.‘ Ich denke, wir sollten die Pfeife benutzen, Leo, auch wenn wir ein bisschen Angst haben.“

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Elara hob die Pfeife an ihre Lippen und blies einen sanften, zögernden Ton. Ein schimmerndes, goldenes Licht umhüllte sie, verschwand dann abrupt. „Hat es funktioniert?“, fragte Leo und blickte sich nervös um. Plötzlich begann der Boden unter ihnen heftig zu beben! Der Riese regte sich!

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Panisch blickten sie auf und sahen, wie sich das Auge des Riesen langsam öffnete. Es hatte die Größe eines kleinen Sees! Von ihrem Standpunkt aus konnten sie sehen, wie die Traumweber die Bühne verließen und in Deckung rannten. Eine dröhnende Stimme hallte wider: „Wer wagt es, meinen Schlaf zu stören?" Die Stimme erschütterte die Grundfesten von Somnium.

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Leo packte Elaras Hand. „Wir müssen einen Weg finden, ihn zu beruhigen, oder Somnium wird auseinandergerissen!“, rief er. Sie rannten zum Dorfrand, verzweifelt auf der Suche nach einer Idee. Von ihrem Aussichtspunkt aus entdeckte Elara den Flüsterbrunnen, wo die Dorfältesten angeblich mit dem Riesen kommunizierten.

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Als sie den Flüsternen Brunnen erreichten, fanden sie den alten Silas, den Dorfältesten, davor kniend. „Alter Silas, was sollen wir tun?“, flehte Elara. Silas blickte auf, sein Gesicht von Sorge gezeichnet. „Die Träume des Riesen sind unruhig. Ihr müsst ihm ein Schlaflied singen, ein Lied des Friedens. Nur das kann ihn jetzt beruhigen.“

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„Aber welches Wiegenlied?“, fragte Leo mit zitternder Stimme. Elara erinnerte sich an den Traumrufer. „Die Pfeife!“, rief sie aus. „Mein Opa sagte einmal, dass ein Traumrufer, wenn er mit Liebe gespielt wird, nur die besten Träume herbeiruft.“ Sie blies schnell eine Reihe sanfter Töne auf der Pfeife. Diesmal erweichte sich das Gesicht des Riesen, und das Dorf stabilisierte sich langsam. „Der Traumrufer funktioniert!“, rief sie.

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Der Riese seufzte tief, und ein friedlicher Ausdruck breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er murmelte etwas Unverständliches und schloss dann langsam sein Auge. Elara und Leo tauschten einen erleichterten Blick. Das Dorf Somnium war in Sicherheit. Es war, als hätte das Wiegenlied ihn in einen friedlichen Traum zurückversetzt. „Wir haben es geschafft!“, flüsterte Leo, seine Stimme erfüllt von Ehrfurcht.

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Silas lächelte. „Ihr habt Somnium gerettet, Kinder“, sagte er. Elara umarmte ihren Teddybär fest. „Wir haben gelernt, dass selbst die kleinste Sache, wie ein Schlaflied oder eine Pfeife, einen großen Unterschied machen kann“, sagte sie leise. Leo nickte zustimmend. Das Monddorf würde friedlich schlafen.