The Australian Dreamtime
Staubteufel tanzten über die rote Wüste, während Mali, ein junges Aborigine-Mädchen, sie mit ihrem besten Freund Dingo, einem struppigen Buschhund, jagte. Mali lachte, ihre nackten Füße wirbelten Wolken von Ockererde auf. „Fang mich, wenn du kannst, Dingo!“, rief sie, ihre Stimme hallte in der weiten Leere wider. Dingo bellte fröhlich und schnappte nach ihren Fersen. Er liebte es, mit Mali zu spielen. Heute suchten sie nach Busch-Tuckern, ABER das Abenteuer schien sie immer zuerst zu finden. Beide hatten ein Talent dafür, das Ungewöhnliche im Alltäglichen, das Heilige im Gewöhnlichen zu entdecken.
Plötzlich hielt Dingo inne, die Ohren gespitzt. Er winselte und stupste Mali zu einer Gruppe alter Eukalyptusbäume. „Was ist los, Junge?“, fragte Mali und spähte in die Schatten. Dort, eingebettet zwischen den Wurzeln, lag ein kleiner, kunstvoll geschnitzter Holz-Bumerang, anders als jeder, den sie je gesehen hatte. Er pulsierte mit einem schwachen, warmen Licht. DOCH als Mali danach griff, hallte eine tiefe Stimme wider: „Das ist nicht deins, Kleines.“
Mali schnappte erschrocken nach Luft. Sie sah sich um, aber sah niemanden. Dingo knurrte leise. „Wer ist da?“, rief sie, ihre Stimme zitterte leicht. Ein weiser alter Kookaburra, hoch auf einem Ast sitzend, kicherte. „Die Traumzeit ruft, Kleine“, sagte er. „Der Bumerang hat dich erwählt. Deshalb musst du seinem Pfad folgen. Er wird dich zu einem Ort führen, wo die Geschichten unserer Vorfahren sicher aufbewahrt werden.“ Mali sah Dingo an, dann zurück zum leuchtenden Bumerang. „Wir gehen auf ein Abenteuer, Junge!“, erklärte sie.
Der Bumerang begann heller zu leuchten und zeigte nach Westen. Mali und Dingo machten sich auf den Weg, die Wüste erstreckte sich vor ihnen. Bald erreichten sie ein trockenes Flussbett. „Weiter kann ich euch nicht direkt führen“, rief der Kookaburra, über ihnen fliegend. „Folgt den Songlines.“ ABER die Songlines waren schwach, für Malis ungeübte Augen fast unsichtbar. Gerade dann erschien eine Älteste, Nala. „Das Land spricht, Kind“, sagte sie sanft. „Du musst mit deinem Herzen lauschen.“
Mali schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Wärme des Bumerangs in ihrer Hand. Sie lauschte, nicht mit ihren Ohren, sondern mit ihrem Geist. Ein leises Summen erfüllte ihren Verstand – ein Lied des Landes, das sie nach Westen führte. Den Gesangslinien folgend, entdeckten sie eine versteckte Quelle, die vor Leben nur so wimmelte. Libellen tanzten über dem Wasser, und winzige Frösche quakten zwischen den Schilfrohren. ABER das Wasser wurde von einem mürrischen Waran bewacht, der sich auf einem Felsen sonnte. „Verschwinde!“, zischte er. „Das ist meine Quelle!“
„Wir brauchen nur etwas zu trinken“, sagte Mali höflich. „Die Wüste ist lang und heiß.“ Der Waran spottete. „Glaubst du, die Traumzeit kümmert sich um deinen Durst?“ Plötzlich begann der Bumerang unregelmäßig zu pulsieren, und die Quelle begann zu sprudeln. Eine Vision zuckte vor Malis Augen auf – die Quelle trocknete aus, das Land war karg. DESHALB wusste Mali, was sie zu tun hatte. „Die Traumzeit will, dass ihr teilt!“, erklärte sie, ihre Stimme erfüllt von neuem Mut.
Dingo, der Malis Dringlichkeit verstand, begann den Waran anzubellen und ihn abzulenken. Mali, die sich an eine Geschichte erinnerte, die Nala ihr erzählt hatte, begann ein Lied der Dankbarkeit an den Wassergeist zu singen. Ihre Stimme, klar und stark, hallte durch die Wüste. Der Waran, verwirrt durch den Tumult und beruhigt durch das Lied, entspannte sich langsam. Er senkte den Kopf und trank einen langen Schluck. Langsam nickte er. Es war in Ordnung. Teamwork hatte funktioniert!
Mit der Erlaubnis des Goannas tranken Mali und Dingo tief. Erfrischt setzten sie ihre Reise fort, der Bumerang führte sie weiter. Schließlich erreichten sie eine hoch aufragende Felsformation, bemalt mit alten Symbolen. Der Bumerang begann mit blendender Intensität zu leuchten. „Hier“, rief der Kookaburra, über ihnen kreisend. „Dies ist das Tor zur Traumzeit.“ Als Mali den Felsen berührte, schimmerte und löste er sich auf und enthüllte eine versteckte Höhle. Darin erklang die denkwürdige Zeile: „Jedes Herz birgt eine Geschichte.“
Im Inneren der Höhle waren die Wände mit leuchtenden Malereien bedeckt – Geschichten von der Schöpfung, von Vorfahren, vom Land selbst. Mali verstand damals – die Traumzeit war nicht nur ein Ort, sondern eine lebendige Geschichte, die in das Herz von allem eingewoben war. Sie hatte gelernt, auf das Land zu hören. Die Reise des Bumerangs war abgeschlossen. Mali empfand ein tiefes Gefühl von Frieden und Verbundenheit. Sie berührte die Malereien und nahm die Weisheit ihrer Vorfahren auf. Sie wusste jetzt, warum es wichtig war, das Wasser mit dem Waran zu teilen.
Als Mali aus der Höhle kam, sah sie die Wüste mit neuen Augen. Sie verstand, dass alles miteinander verbunden war, jede Geschichte wichtig. Mali wusste, dass sie erwachsen geworden war. Dingo bellte und stupste ihre Hand. Sie spielten nicht mehr nur, sie waren Teil der Traumzeit. „Wir müssen noch so viele Geschichten lernen, Dingo“, flüsterte sie lächelnd. Die Sonne ging unter und malte den Himmel in leuchtenden Orange- und Violetttönen, was einen neuen Tag und neue Abenteuer versprach, des Zuhörens und Lernens, vielfältige Kulturen zu respektieren.