The Feelings Jar — Auf Deutsch lesen
Die Titel der Geschichten stehen noch auf Englisch; der Text jeder Geschichte ist auf Deutsch.
Coralia richtete ihren biolumineszenten, aus Seetang gewebten Rucksack und ihre Augen weiteten sich vor Staunen. „Schau, Finn!“, rief sie aus und zeigte auf einen Schwarm schimmernder Mondquallen, die vorbeischwebten. Finn, stets praktisch veranlagt, konsultierte sein Chronometer. „Wir müssen uns beeilen, Coralia. Der alte Mann Tiberius sagte, das Gefühlsglas sei tief, jenseits des Trüben Grabens, versteckt!“
„Der Trübe Graben?“, schluckte Coralia. „Aber alle sagen, dort spukt es von Düsterfischen!“ Finn seufzte. „Alter Mann Tiberius hat auch noch etwas anderes Wichtiges gesagt.“ Er zog eine kleine, kunstvoll geschnitzte Nautilusmuschel hervor. „Das ist eine Harmonisierende Muschel. Tiberius sagt, sie schwingt mit positiven Emotionen mit. Wenn wir uns einer Herausforderung gegenübersehen, können wir sie benutzen.“
„Machen wir es!“, rief Coralia aus, ihre Angst wich der Aufregung. „Wie Helen Keller sagte: ‚Optimismus ist der Glaube, der zum Erfolg führt. Nichts kann ohne Hoffnung und Zuversicht getan werden.‘ Wenn wir glauben, dass wir das Gefühlsglas finden können, werden wir es auch tun!“ Finn nickte, sein übliches Zögern schwand. „In Ordnung, Coralia. Aber wir bleiben zusammen. Egal, was wir in diesem Graben finden.“
Der Graben war dunkler, als sie es sich vorgestellt hatten. Seltsame, schattenhafte Gestalten huschten in der Ferne. „Was war das?!“, quiekte Coralia und klammerte sich an Finns Arm. Plötzlich umschlang ein Netz aus dornigem Seegras Finn und zog ihn weg. „Coralia, die Harmonisierende Muschel! Benutze sie!“
Coralia bemerkte von oben leuchtende Glyphen, die in den Grabenboden gemeißelt waren. Eine alte Karte. „Warte!“, rief sie Finn zu. „Die Karte! Sie zeigt eine Strömung, die den Griff des Seetangs lockern kann. Wir müssen nur den Hebel finden, um ihre Richtung zu ändern!“
Ein monströser Düsterfisch, mit Zähnen wie Dolchen, schwamm auf sie zu. „Der Hebel wird vom Düsterfisch bewacht!“, rief Finn, seine Stimme vom Seetang gedämpft. „Wir brauchen eine Ablenkung, und zwar schnell!“ Coralia sah sich verzweifelt um, ihr Herz pochte.
Coralia erinnerte sich an das Chronometer. „Finn, kannst du ein Prisma von deinem Chronometer lösen? Wenn wir das Licht meiner Seetanglampe in die Augen des Gloomfish reflektieren, könnte das ausreichen, um ihn zu verscheuchen!“ Gemeinsam gelang es ihnen, einen blendenden Lichtblitz zu erzeugen.
Der Düsterfisch, für einen Moment betäubt, zog sich zurück. Coralia eilte zum Hebel, sich an die alte Karte erinnernd. Sie zog ihn, und eine starke Strömung schoss durch den Graben und löste den Griff des Seetangs. „Jetzt, Finn!“, rief sie. Finn, aus dem Netz befreit, schwamm an ihre Seite. „Wir haben es geschafft! Jetzt zum Gefühlsglas!“
Sie fanden das Gefühlsglas eingebettet in einer leuchtenden Muschel. Es strahlte ein warmes, goldenes Licht aus. Im Inneren tanzten wirbelnde Farben. Finn öffnete es vorsichtig. „Ich fühle mich… glücklich!“, rief er überrascht aus. Coralia kicherte. „Ich auch! Es ist, als wären alle guten Gefühle des Ozeans hier konzentriert!“
Zurück an der Oberfläche lächelte Coralia Finn an. „Wir haben uns unseren Ängsten gestellt und etwas Wunderbares gefunden!“ Finn nickte und hielt die Harmonisierende Muschel fest. „Weißt du, Coralia, ich glaube, es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass selbst in den trübsten Tiefen Mut und Freundlichkeit den Weg erhellen können.“