The Knight's First Quest — Auf Deutsch lesen
Die Titel der Geschichten stehen noch auf Englisch; der Text jeder Geschichte ist auf Deutsch.
„Beeil dich, Ignis!“, rief Lyra, ihre Stimme hallte durch den Garten. Ein kleiner, roter Salamander huschte zwischen den leuchtenden Feuerblumen hindurch, sein Schwanz hinterließ eine Spur von Glut. Lyra, auf einem vulkanischen Felsen sitzend, richtete ihre Tunika und grinste: „Die Sonnenstein-Zeremonie beginnt bald, und ein Ritter darf niemals zu spät kommen.“
Als sie zum Sonnensteinaltar eilten, stieß Ignis mit seiner Schnauze eine kleine, kunstvoll geschnitzte Holzschachtel an. „Was ist das, kleiner Freund?“, fragte Lyra und hob sie auf. Die Schachtel fühlte sich warm an und schien leise zu summen. In den Deckel war ein Symbol geschnitzt, das einem stilisierten Vulkan ähnelte.
„Das sollten wir Meister Pyra zeigen“, entschied Lyra und umklammerte die Schachtel vorsichtig. „Er sagt immer: ‚Die einzige wahre Weisheit liegt im Wissen, dass man nichts weiß‘, genau wie Sokrates! Vielleicht wird dies Licht auf die Prüfungen werfen, denen ich mich für meine erste Quest stellen muss.“ Ein weiser alter Ritter mit langem weißem Bart, gekleidet in feuerorangefarbene Roben, näherte sich ihnen. „Lyra, bist du bereit?“
„Ich bin bereit, Meister Pyra“, erwiderte Lyra und atmete tief durch. „Aber ich habe diese seltsame Kiste gefunden …“ Meister Pyra untersuchte die Kiste, die Stirn gerunzelt. „Interessant… Dieses Symbol ist uralt, älter sogar als unser Orden. Die Legende besagt, dass es den Vulkanwächtern gehört. Es heißt, dass Feuer Stahl prüft und das Herz eines Ritters dadurch stärker wird.“
„Die Vulkanwächter?“, fragte Lyra und neigte den Kopf. „Ich habe nur Geschichten über sie gehört. Sie beschützen das Herz des Vulkans, wo sich der Große Feuerdiamant befinden soll. Der Große Feuerdiamant ist ein Stein von unermesslicher Macht und soll reiner Kohlenstoff sein, über Jahrtausende erhitzt und unter Druck gesetzt, wodurch ein Edelstein von außergewöhnlicher Schönheit und Widerstandsfähigkeit entstand.“
„Deine Aufgabe, Lyra, ist es, diese Kiste den Vulkanwächtern zu überbringen“, erklärte Meisterin Pyra. „Aber sei vorsichtig! Der Weg ist tückisch, und die Wächter sind nicht leicht zu beeindrucken. Sie werden deinen Mut, deine Freundlichkeit und deine innere Schönheit auf die Probe stellen.“ Als Lyra sich zum Gehen wandte, erschütterte ein tiefes Grollen den Boden. „Es scheint, als wäre der Vulkan selbst unruhig!“
Lyra, mit Ignis auf ihrer Schulter, begann ihren Abstieg ins Herz des Vulkans. „Keine Sorge, Ignis“, sagte sie, ihre Stimme hallte in dem höhlenartigen Raum wider. „Wir werden uns allen Herausforderungen stellen, die auf uns zukommen. Wir müssen an uns selbst glauben, und die Stärke anderer kann uns tragen, wenn wir straucheln.“ Ignis zwitscherte zustimmend, eine winzige Flamme zuckte aus seinem Mund.
Plötzlich versperrte eine feurige Wand ihren Weg! „Die erste Prüfung der Wächter!“, rief Lyra aus. Sie erinnerte sich an die Kiste und bemerkte winzige Löcher, die in ihre Seiten geschnitzt waren. „Ignis, kannst du Feuer in diese Löcher speien?“ Als Ignis gehorchte, begann die Kiste zu glühen und projizierte einen Lichtstrahl, der die feurige Wand teilte! „Mutige Herzen finden den Weg!“
Jenseits der Mauer fanden sie sich in einer Kristallhöhle wieder. Vor ihnen standen zwei majestätische Vulkangardianer, deren Körper aus Obsidian und Edelsteinen geformt waren. „Ihr habt Mut bewiesen“, donnerte ein Guardian, „aber könnt ihr auch Freundlichkeit zeigen? Wir sind verwundet, und das Licht des Feuerdiamanten schwindet.“
Lyra erinnerte sich an die Feuerblumen. „Ihre Glut spendet Wärme und Licht“, sagte sie und legte behutsam einige in die Nähe der Wunden der Wächter und des Feuerdiamanten. Langsam begannen die Kristalle heller zu leuchten, und die Wächter heilten. „Innere Schönheit strahlt durch Mitgefühl“, flüsterte ein Wächter. Lyra lächelte: „Ich habe gelernt, dass wahre Stärke nicht nur aus Tapferkeit, sondern aus Freundlichkeit und dem Glauben an sich selbst kommt.“