The Last Dragon Rider
„Beeil dich, Flicker!“, rief Elara, ihre Stimme hallte leicht wider. Das junge Mädchen, nicht älter als zehn, rannte durch den winzigen, schneebedeckten Stadtplatz und zog ihren Wollumhang enger gegen den beißenden Wind. Eine Blaskapelle spielte eine fröhliche Melodie in der Nähe des gefrorenen Brunnens, die Musik war kaum hörbar über dem Heulen des Schneesturms, der draußen vor dem Glas tobte.
Flicker, ein winziger, smaragdgrüner Drache, nicht größer als Elaras Hand, sauste durch die Luft und landete sanft auf ihrer Schulter. „Hast du es gesehen?“, quietschte er, seine Stimme hoch und aufgeregt. „Das alte Buch! Es ist wieder im Fenster von ‚Ye Olde Curiosity Shoppe‘! Dort habe ich zum ersten Mal gelesen, wie man mit Drachen in Kontakt tritt!“
„Aber Elara, der Ladenbesitzer, der alte Fitzwilliam, verkauft es nie“, beklagte sich Elara, ihre Schultern sackten herab. „Er sagt, es sei zu gefährlich, dass Drachenreiten eine vergessene Kunst sei.“ Flicker blähte seine winzige Brust auf. „Nun, wie der große Leonardo da Vinci sagte: ‚Ich bin beeindruckt von der Dringlichkeit des Handelns. Wissen ist nicht genug; wir müssen es anwenden.‘ Wir müssen einen Weg finden, die alten Wege zu lernen und das Königreich zu retten!“
Gerade dann unterbrach sie eine raue Stimme. „Sucht ihr etwas, meine Lieben?“ Eine alte Frau, gebückt und auf einen knorrigen Stock gestützt, humpelte auf sie zu. Sie trug einen Flickenteppichumhang und hatte ein schelmisches Funkeln in den Augen. „Vielleicht kann ich helfen. Ich weiß einiges über alte Bücher und vergessene Magie.“
„Wer seid Ihr?“, fragte Elara vorsichtig. Dief alte Frau kicherte. „Nenn mich Willow. Und ich glaube, du suchst das Handbuch des Drachenreiters. Aber sei vorsichtig“, flüsterte sie, ihre Stimme sank zu einem verschwörerischen Ton, „das Buch ist nicht nur Wissen, es ist ein Schlüssel. Ein Schlüssel, um die Schneekönigin zu wecken, die dieses ganze Königreich in der Zeit eingefroren hält, wie alter Bernstein. Sie benutzt die Magie des Drachen für ihre egoistischen Zwecke.“
Elara keuchte. „Die Schneekönigin? Aber sie ist doch nur eine Legende!“ Willow schüttelte traurig den Kopf. „Legenden wurzeln oft in der Wahrheit, Kind. Und die Wahrheit ist, dass die Magie des Drachenreiters das Einzige ist, was ihren ewigen Winter aufhalten kann. Aber sei vorsichtig… das Buch ist versteckt, und der Weg dorthin ist voller Gefahren. Und du brauchst noch etwas anderes – das Herz eines Helden.“
„Wir werden der Gefahr gemeinsam trotzen!“, erklärte Flicker, dessen winzige Stimme von Entschlossenheit erfüllt war. Elara nickte und fasste ihren Entschluss. „Willow, wie finden wir das Buch?“ Willow lächelte. „Folge dem Flüstern des Windes. Es spricht zu denen mit reinem Herzen. Und Elara, nutze deine Freundlichkeit. Sie ist deine größte Stärke.“
Nach Willows kryptischem Rat lauschte Elara dem Wind. Er führte sie zu dem zugefrorenen See, wo das Eis rissig und dünn war. Plötzlich erinnerte sich Elara an die Passage aus dem Buch, die Flicker ihr zuvor vorgelesen hatte: „Drachenschuppen vibrieren mit einer bestimmten Frequenz, um Eis zu schmelzen.“ „Flicker, erinnerst du dich, was das Buch gesagt hat? Konzentrier dich!“, rief sie. „Benutz deine Schuppen!“
Flicker schloss die Augen und konzentrierte sich mit aller Kraft. Seine Schuppen begannen zu vibrieren und gaben ein tiefes Summen von sich, das durch das Eis hallte. Mit einem lauten Knistern erschien ein Loch im Eis, das einen dunklen, wässrigen Gang offenbarte. „Das Buch!“, rief Elara und spähte in die Tiefe.
Elara griff in das eiskalte Wasser und zog das Handbuch des Drachenreiters heraus. Als sie das Buch an ihre Brust drückte, überzog ein warmes Licht das Königreich, schmolz den Schnee und verbannte den ewigen Winter. „Wir haben es geschafft, Flicker!“, rief Elara, ihre Stimme voller Freude. „Freundlichkeit, Mut und ein bisschen Drachenmagie haben den Tag gerettet!“ Flicker rieb sich an ihrer Wange. „Jetzt müssen wir einer Schneekönigin beibringen, wie man teilt!“