The Lullaby River — Auf Deutsch lesen
Die Titel der Geschichten stehen noch auf Englisch; der Text jeder Geschichte ist auf Deutsch.

Die Traumweber-Eisenbahn summte mit sanfter Energie. Lila, ein Mädchen mit strahlenden Augen und einer noch helleren Fantasie, stand neben ihrem Roboterotter Otto. „Bist du bereit für deine erste Fahrt auf der Wiegenlied-Linie, Otto?“, fragte sie, ihre Stimme sprudelnd vor Aufregung. Er piepte als Antwort, seine kleinen Flossen zuckten.

Plötzlich knackte eine panische Stimme aus dem Lautsprecher des Bahnhofs. „Achtung, alle Passagiere! Ein schlafloser Geist ist entkommen und stört den Lullaby River!“ Lila keuchte. „Der Lullaby River? Aber von dort kommen doch alle Träume!“ Otto summte und streckte eine kleine, metallische Hand aus, die ein staubiges, ledergebundenes Buch hielt.

„Was ist das, Otto?“, fragte Lila und nahm das Buch. Otto piepte und zeigte mit einer Flosse auf eine Passage über schlaflose Sprites. Lila las laut vor: „Sie können nur durch ein besonderes Wiegenlied beruhigt werden, das auf einer Traumflöte gespielt wird.“ Lilas Augen weiteten sich. „Dann müssen wir eine finden!“, rief sie aus und blätterte durch das Buch. „Wie Helen Keller sagte: ‚Obwohl die Welt voller Leid ist, ist sie auch voller Überwindung dessen!‘ Wir müssen diese Herausforderung überwinden!“

Sie bestiegen die Lullaby Line, einen Zugwaggon, der einem riesigen, plüschigen Schaukelpferd ähnelte. Darin begrüßte sie ein freundlicher alter Schaffner mit langem, weißem Bart. „Fahren wir ganz bis Dream's End?“, kicherte er und rückte seine Brille zurecht. „Wir suchen nach einer Traumflöte, um einen schlaflosen Geist zu beruhigen!“, erklärte Lila und hielt das Buch hoch.

„Eine Traumflöte, hm?“, überlegte der Schaffner und strich sich über den Bart. „Die Legende besagt, sie sei in den Flüsternden Wäldern versteckt, bewacht von den Murmelnden Pilzen. Aber seid gewarnt, diese Pilze lieben Rätsel!“ Gerade in diesem Moment quietschte der Zug zum Stillstand. „Halt Flüsternde Wälder!“, verkündete der Schaffner. Lila und Otto tauschten aufgeregte Blicke.

Der Flüsternwald machte seinem Namen alle Ehre; die Bäume schienen Geheimnisse zu seufzen, als sie aus dem Zug stiegen. Bald fanden sie sich umgeben von Murmelpilzen, jeder mit einem mürrischen Gesicht. Einer von ihnen donnerte: „Um zu bestehen, müsst ihr unser Rätsel lösen: Ich habe Städte, aber keine Häuser, Wälder, aber keine Bäume, und Wasser, aber keine Fische. Was bin ich?“

Lila tippte sich ans Kinn und dachte angestrengt nach. „Städte, aber keine Häuser... Wälder, aber keine Bäume... Wasser, aber keine Fische...“ Otto piepte und zeigte auf eine kleine, zerfledderte Karte im Buch „Traumwissen“. „Eine Karte!“, rief Lila aus. „Die Antwort ist eine Karte!“ Die Murmelpilze grummelten, teilten sich aber, um einen versteckten Pfad freizugeben.

Der Pfad führte sie zu einem plätschernden Bach, wo sie eine winzige, silberne Flöte auf einem moosbewachsenen Stein fanden. Doch als Lila danach griff, erschien der Schlaflose Geist! Er sauste um sie herum und stiftete Chaos mit seiner rastlosen Energie. „Ich werde niemals schlafen! Niemals!“, kreischte er. Lila erinnerte sich an die Anweisungen des Buches. „Es ist Zeit, das Schlaflied zu spielen, Otto!“, rief sie. „Aktiviere den Schlafmodus!“

Otto, im Schlafmodus, projizierte eine beruhigende Melodie. Lila spielte auf der silbernen Flöte mit. Der Schlaflose Geist, gefangen in den beruhigenden Noten, verlangsamte sich, seine hektischen Bewegungen wurden zu sanftem Wiegen. Mit einem leisen Seufzer verwandelte er sich in eine Kugel aus schimmerndem Licht. „Danke“, flüsterte eine winzige Stimme. „Ich fühle mich… schläfrig.“

Zurück auf der Schlaflied-Linie beobachtete Lila, wie der schimmernde Lichtball in Richtung Traumende trieb. „Wir haben es geschafft, Otto!“, sagte sie lächelnd. Otto piepte fröhlich. „Weißt du“, sagte Lila nachdenklich, „Träume sind wirklich mächtige Dinge.“ Sie schaute aus dem Fenster. „Wie der große Leonardo da Vinci einmal sagte: ‚Ein gut verbrachter Tag bringt glücklichen Schlaf.‘ Und dank uns wird heute Nacht jeder tief und fest schlafen!“