How Sugar Changed Three Continents (500 BC, Caribbean)

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„Wir sind in den Archiven des Royal Botanic Garden, Kew, etwas außerhalb Londons“, verkündete Kofi und zeigte auf eine große, antike Karte, die auf einem Holztisch ausgebreitet war. Die Karte hob die karibischen Inseln, Brasilien und Indien hervor, mit Schifffahrtslinien, die nach Europa eingezeichnet waren. Er fuhr mit einem Finger eine Route entlang. „Diese Geschichte begann vor langer Zeit und weit entfernt.“

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Nikolai, ein mutiger Sechsjähriger, hockte auf einem Pilzhocker, seine winzige Brille saß schief. „Oma Ravi, erzähl mir noch einmal, wie der Zucker entstand!“ Ravi, eine ältere Frau mit sonnengebräunter, bronzefarbener Haut, kicherte und rückte ihre Brille zurecht. „Nun, Kleiner, alles begann in Papua-Neuguinea“, begann sie und zeigte auf ein Bild in ihrem riesigen, ledergebundenen Buch. „Dort wuchs die Zuckerrohrpflanze wild, und die Menschen kauten auf ihren Stängeln, um Süße zu erhalten.“

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„Aber wie kam es an andere Orte?“, fragte Nikolai und neigte den Kopf. Ravi tippte mit einem knorrigen Finger auf das Buch. „Durch Handel, mein Lieber. Die Menschen trugen es über Ozeane, und schließlich erreichte es Indien. In Indien lernten sie, das Rohr zu zerquetschen und den Saft zu kochen, um Zuckerkristalle herzustellen! Sie nannten es ‚sharkara‘.“

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Elise, eine Frau Mitte Fünfzig, betrat die Bibliothek und trug ein Tablett mit dampfendem Tee. „Wusstest du“, sagte sie und stellte eine Tasse vor Ravi, „dass um fünfhundert vor Christus die Menschen in Indien entdeckten, wie man Zucker zu festen Kristallen verarbeitet?“ Ravi lächelte und nahm einen Schluck. „Tatsächlich, Elise! Und es war ein indischer Mathematiker, der die Zuckerraffination zum ersten Mal beschrieb.“

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Nikolai lehnte sich vor, die Augen weit geöffnet. „Zucker kam also von Neuguinea nach Indien? Was geschah als Nächstes?“ Ravi kicherte. „Die Perser entdeckten ihn auch! ‚Alles in Maßen, auch die Mäßigung‘, sagten sie und erkannten schon damals den Reiz der Süße. Zucker, so glaubten sie, war eine kostbare Medizin und ein köstliches Gewürz.“

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Elise nickte und füllte Ravis Tasse nach. „Und von Persien aus gelangte es in die arabische Welt. Dort perfektionierten sie den Zuckerherstellungsprozess und entwickelten neue Raffinationstechniken. Sie gaben uns sogar das Wort ‚Zucker‘ – ‚sukkar‘ auf Arabisch!“ Sie schenkte Nikolai eine Tasse ein, der eifrig einen Schluck nahm. „Mmm, köstlich!“

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„Die Araber brachten den Zucker ins Mittelmeer“, fuhr Ravi fort. „Er wurde an Orten wie Sizilien und Spanien angebaut, aber er blieb eine seltene und teure Delikatesse.“ Nikolai rümpfte die Nase. „Also konnte ihn nicht jeder haben?“ Ravi schüttelte traurig den Kopf. „Überhaupt nicht. Er war ein Luxus nur für die Reichen.“

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Elise warf ein: „Dann überquerte Zucker den Atlantik nach Amerika. Plantagen wurden in der Karibik und in Brasilien angelegt, und versklavte Menschen wurden gezwungen, unter entsetzlichen Bedingungen zu arbeiten.“ Nikolai schnappte nach Luft. „Das ist ja furchtbar!“ Ravi seufzte. „In der Tat. Es wurde ein wichtiger Bestandteil des transatlantischen Sklavenhandels, ein dunkles Kapitel in der Menschheitsgeschichte.“

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Nikolai blickte auf seine Teetasse. „Also, die Reise des Zuckers ... sie war sowohl süß als auch bitter.“ Ravi nahm seine kleine Hand in ihre. „Ja, Kleiner. Sie verbindet drei Kontinente – Afrika, Amerika und Europa – durch Handel, Kultur und leider auch Ausbeutung.“ Elise fügte leise hinzu: „Der Bogen des moralischen Universums ist lang, aber er neigt sich der Gerechtigkeit zu, wie Martin Luther King Junior einmal sagte. Wir müssen immer danach streben, aus der Vergangenheit zu lernen.“

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Kofi lächelte und schloss die antike Karte. „Und jetzt“, sagte er in die Kamera blickend, „ist Zucker ein alltäglicher Bestandteil unseres Lebens, der in fast allem, was wir essen, vorkommt. Aber seine Geschichte erinnert uns daran, dass selbst die süßesten Dinge eine komplexe und manchmal schmerzhafte Vergangenheit haben können, uns aber auch durch das Wissen um diese Vergangenheit Stärke verleihen können.“