Die Erfindung der Anästhesie: Eine Wonder Inventions Geschichte

„Jia, reich mir bitte das Telefon“, rief Taras Mutter aus der Küche. Tara unterbrach ihr Skizzieren und sah auf, ihre Stirn runzelte sich. „Mama, es ist erstaunlich, wie leicht wir nach Dingen wie Telefonen fragen. Hast du dich jemals gefragt, wer sie erfunden hat und wie die Menschen ohne sie gelebt haben?“ Sie schnappte sich ihr abgenutztes Ledernotizbuch und ging in ihr Zimmer, schon voller Neugier.

Tara stürmte in ihr wissenschaftlich gestaltetes Schlafzimmer, das mit Postern von Erfindern und Apparaten gefüllt war. Sie griff nach einem großen, alten Buch in ihrem Regal und rief: „Zeit für eine Reise durch die ‚Erfindungs-Enzyklopädie‘!“ Als ihre Finger den Einband berührten, hüllte ein wirbelndes Licht den Raum ein. „Ich frage mich, welche Erfindung heute enthüllt wird“, fragte sie laut, während der Raum um sie herum verschwand.

Tara stolperte und landete auf einem belebten Stadtplatz, gefüllt mit Menschen in Kleidung des neunzehnten Jahrhunderts. Ein Mann schrie vor Schmerz auf, als ihm ein Zahn gezogen wurde, ein anderer stöhnte, als ihm das Bein amputiert wurde. Tara hielt sich die Ohren zu. „Oh mein Gott“, flüsterte sie, ihre Augen weit vor Schock, „So war Chirurgie vor der Anästhesie?“

Ein freundlich aussehender Mann mit Brille bemerkte Taras Kummer. „Geht es Ihnen gut, junge Dame?“, fragte er mit sanfter Stimme. „Es ist schwer anzusehen, nicht wahr?“ Tara schüttelte den Kopf. „Es ist furchtbar! Die Menschen leiden so sehr. Gab es nichts, um ihnen zu helfen?“

„In der Tat, das war es“, sagte der Mann und rückte seine Brille zurecht. „Mein Name ist Dr. Crawford Long, und ich versuche, einen Weg zu finden, diese Eingriffe weniger schmerzhaft zu machen. Ich habe mit Äther experimentiert, einer Substanz, die Menschen unempfindlich gegen Schmerz machen kann. Es war ein langer Weg, aber ich glaube, ich bin auf etwas gestoßen.“ Tara kritzelte wütend in ihr Notizbuch. „Sie meinen ... Sie erfinden die Anästhesie?“

„Ich habe Äther zum ersten Mal am dreißigsten März achtzehnhundertzweiundvierzig für eine Operation verwendet“, erklärte Dr. Long und zeigte auf einen Patienten, der nach einem Eingriff friedlich ruhte. „Ich entfernte einen kleinen Tumor aus dem Nacken von James Venable. Er spürte absolut nichts!“ Taras Augen weiteten sich. „Das ist unglaublich!“, rief sie aus. „Sie haben also bewiesen, dass es funktionieren kann und die Menschen nicht mehr leiden müssen.“

„Es dauerte viele Jahre, bis die Idee angenommen wurde. William Morton demonstrierte Äther später öffentlich in Boston im Jahr achtzehnhundertsechsundvierzig“, seufzte Dr. Long. „Aber meine frühe Arbeit ebnete den Weg. Er sagte, dass die Demonstration zur Verwendung von Schwefeläther während Operationen führte, was zu weiteren Entdeckungen im medizinischen Bereich führen würde. Doch auch jetzt haben viele Menschen Angst“, fügte er hinzu und schüttelte den Kopf. „‚Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst‘, sagte Franklin Roosevelt einmal. Und es ist wahr!“

Plötzlich erschien das wirbelnde Licht wieder. „Es ist Zeit für mich zu gehen“, sagte Tara traurig. „Danke, Dr. Long, dass Sie mir die Kraft Ihrer Erfindung gezeigt haben. Anästhesie hat alles verändert!“ Mit einem letzten Winken verschwand Tara in einem Lichtblitz und überließ Dr. Long seiner Arbeit.

Zurück in ihrem Schlafzimmer schloss Tara die „Erfindungs-Enzyklopädie“ mit einem zufriedenen Lächeln. Sie rannte die Treppe hinunter, um ihre Mutter und Jia zu finden. „Ratet mal, was ich über Anästhesie gelernt habe?“, rief sie und packte Jias Arm. „Dank Dr. Crawford Long müssen die Menschen bei Operationen nicht mehr leiden! Heute erwirtschaftet die Anästhesie-Industrie jährlich Milliarden von Dollar, wovon unzählige Menschen weltweit profitieren.“

„Stell dir vor, du versuchst, eine Karies ohne sie füllen zu lassen!“, sagte Tara zu Jia, die beim Gedanken daran schauderte. „Das wäre etwas, wovon man Albträume bekommen könnte!“ Tara kicherte, schnappte sich ihr Notizbuch und sagte: „Auf zur nächsten Erfindung!“ Wer weiß, wohin ihr Wissensdurst sie als Nächstes führen würde.