The Invention of Paper

The Invention of Paper — cover The Invention of Paper — page 1

Arjun sprang vor Elio her, die Augen weit aufgerissen, als er die hoch aufragenden, von Ranken bewachsenen Wolkenkratzer betrachtete. „Wow, Elio, schau dir den an! Der ist ja komplett mit Blumen bedeckt!“ Elio schmunzelte und rückte seine Brille zurecht. „Das passiert, wenn die Natur die Stadt zurückerobert, Arjun. Trotzdem frage ich mich manchmal, wie die Leute sich verständigt haben, bevor wir diese Holo-Bildschirme hatten.“

The Invention of Paper — page 2

„Kommuniziert?“, fragte Arjun und runzelte die Stirn. „Wie haben sie Ideen ausgetauscht, Geschichten geschrieben, Nachrichten verschickt?“ Elio lächelte wissend. „Ah, das ist eine gute Frage! Es begann alles mit etwas ganz Einfachem, wirklich. Vor Bildschirmen, noch vor Druckmaschinen… gab es Papier!“ Arjuns Augen weiteten sich. Er rannte zu ihrem Zuhause, einer kleinen Wohnung, die hoch in einem der weniger überwucherten Gebäude lag.

The Invention of Paper — page 3

Er stürmte in sein Zimmer, einen kleinen Raum, vollgestopft mit wissenschaftlichen Modellen und Geschichtsbüchern. „Die Erfindungs-Enzyklopädie!“, rief er und griff nach dem leuchtenden Wälzer aus seinem Regal. Elio folgte ihm und schüttelte lächelnd den Kopf. „Bereit für ein weiteres Abenteuer, Arjun?“ Als Arjun das Buch öffnete, erfüllte ein blendendes Licht den Raum und wirbelte um sie beide herum.

The Invention of Paper — page 4

Sie landeten mit einem dumpfen Geräusch in etwas, das wie eine geschäftige Werkstatt aussah. „Wo sind wir?“, fragte Arjun und wischte sich Staub von seinem Overall. Ein Mann mit tintenbefleckten Fingern blickte von einem Bottich mit breiigem Material auf. „Luoyang, China, im Jahr einhundertfünf nach Christus“, sagte er mit einem freundlichen Lächeln. „Ich bin Cai Lun, und ich glaube, ich stehe kurz vor etwas … Revolutionärem.“

The Invention of Paper — page 5

„Revolutionär?“, fragte Elio fasziniert. Cai Lun deutete auf das Fass. „Jahrhundertelang haben wir auf Seide und Bambus geschrieben, was teuer und schwer ist. Stell dir vor, du müsstest all deine Schulbücher tragen, wenn sie aus Bambus wären!“ Er hob das Bambussieb an und enthüllte eine dünne Schicht getrockneter Fasern. „Das“, verkündete er, „ist Papier.“

The Invention of Paper — page 6

„Aber… das ist jetzt nur noch Brei!“, rief Arjun und zeigte auf den nassen Brei im Bottich. Cai Lun kicherte. „Geduld, junger Mann. Es wird aus Baumrinde, Hanf, alten Lumpen und Fischernetzen hergestellt. Wir kochen es, schlagen es zu einem Brei, verteilen es dünn auf diesen Sieben und lassen das Wasser abtropfen. Die Sonne trocknet es, und voila! Papier!“

The Invention of Paper — page 7

„Stell dir vor“, fuhr Cai Lun fort, „geschriebenes Wissen, Poesie, Regierungsdokumente, alles leicht zu transportieren und zu teilen! Tatsächlich übernahm die Han-Dynastie Papier für offizielle Dokumente, was die Effizienz der Regierung erheblich verbesserte.“ Er sah Arjun mit einem Funkeln in den Augen an. „Wie der römische Philosoph Seneca sagte: ‚Jeder neue Anfang kommt vom Ende eines anderen Anfangs.‘ Dieses Papier ist das Ende der Bambus-Tyrannei und der Beginn schriftlicher Informationen für jedermann!“

The Invention of Paper — page 8

Arjun kritzelte wütend in sein Notizbuch. „Und es verbreitete sich auf der ganzen Welt, richtig?" Elio nickte. „Schließlich. Aber es dauerte Jahrhunderte. Im dreizehnten Jahrhundert gab es Papiermühlen in ganz Europa, besonders in Italien und Spanien. Und denk mal, Arjun – ohne Papier gäbe es keine Druckerpresse, keine Zeitungen, keine Bücher, wie wir sie heute kennen!"

The Invention of Paper — page 9

„Wow!“, keuchte Arjun. Plötzlich begann die Werkstatt zu verblassen, das vertraute wirbelnde Licht kehrte zurück. „Zeit zu gehen“, sagte Elio und legte eine Hand auf seine Schulter. „Aber denk daran, Arjun – diese ‚einfache‘ Erfindung veränderte die Welt, ermöglichte die Verbreitung von Wissen und verband Menschen auf eine Weise, die man sich zuvor nie hätte vorstellen können.“

The Invention of Paper — page 10

Zurück in seinem Zimmer schlug Arjun die Erfindungs-Enzyklopädie mit einem Schnappen zu. Er rannte zu Farah, die sich um den Dachgarten kümmerte. „Farah! Rate mal, was ich über Papier gelernt habe?“, rief er aus. „Ohne es hätten wir nicht diese erstaunlichen botanischen Bücher, die uns sagen, wie wir all diese Pflanzen pflegen müssen!“ Papier half wirklich, Menschen mit der Natur zu verbinden!