Cells Sing a Clockwork Melody

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Amir sah zu, wie ihr Vater eine weitere Diya anzündete, deren Flamme sich tausend anderen anschloss, die den Palastgarten zum Leuchten brachten. „Es ist so schön, Papa! Ich möchte die ganze Nacht für Diwali wach bleiben!“ Doch als sie sprach, entfuhr ihr ein riesiges Gähnen. Ihre Mutter kicherte leise und legte ihr einen Schal um. „Selbst die aufregendsten Partys können das Gähnen nicht aufhalten, mein kleiner Stern.“

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„Aber warum?“, fragte Amir und rieb sich die Augen. „Die Sonne ist weg, aber all diese Lichter sind hell wie der Tag! Warum denkt mein Körper immer noch, es sei Schlafenszeit?“ Ihr Vater lächelte und zeigte auf eine winzige Fruchtfliege, die in der Nähe einer Süßigkeit summte. „Dein Körper hat eine geheime Uhr in sich, genau wie diese winzige Fliege. Sie wird zirkadianer Rhythmus genannt und schlägt ihren eigenen Takt, egal wie viele Lampen wir anzünden.“

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„Eine Uhr... in meinen Zellen?“, flüsterte Amir, ihre Fantasie summte. Sie stellte sich eine winzige, komplizierte Uhr vor, die tief in ihr verborgen war und deren Zahnräder sich geräuschlos drehten. Es ging nicht nur darum, sich müde zu fühlen; es war eine geheime Melodie, der alles Leben zu folgen schien. Wie konnte jemand jemals eine so verborgene, persönliche Maschine entdecken?

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Das Geheimnis begann sich nicht in einem Palast, sondern in amerikanischen Universitätslaboren in den Neunzehnsiebzigern zu lüften. Drei Wissenschaftler, Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young, waren von derselben Frage fasziniert. Sie untersuchten keine Menschen, sondern winzige Fruchtfliegen. Sie wussten, dass die Fliegen einen Vierundzwanzig-Stunden-Rhythmus hatten, aber sie waren entschlossen, das Gen zu finden, das als Dirigent für dieses stille Orchester fungierte.

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Jahrelang war ihre Arbeit ein Rätsel mühsamer Experimente. Ihr Vater hatte ihr einmal ein Zitat des großen Wissenschaftlers Albert Einstein vorgelesen: „Das einzig wirklich wertvolle ist die Intuition.“ Diese Wissenschaftler folgten ihrer Intuition, einem tiefen Gefühl, dass ein einzelnes Gen ein Protein herstellte, das seine eigene Produktion in einem täglichen Zyklus irgendwie blockierte. Es war eine kühne, fast unglaubliche Idee, dass das Zahnrad und der „Aus“-Schalter dieselbe Maschine waren.

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Schließlich, im Jahr neunzehnhundertvierundachtzig, fanden sie es: das „Perioden“-Gen! Sie entdeckten, dass dieses Gen nachts ein Protein namens PER aufbaut. Wenn das PER-Protein die Zelle füllt, weist es das Gen an, die Arbeit einzustellen, wie ein voller Eimer, der einen Wasserhahn abstellt. Im Laufe des Tages verschwindet das PER-Protein, bis sich das Gen nachts wieder einschaltet, um den Zyklus von neuem zu beginnen – eine perfekte vierundzwanzig Stunden dauernde Uhrwerksmelodie.

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Diese Entdeckung war nicht nur für Fruchtfliegen; sie veränderte alles, was wir über das Leben wissen. Unser eigener Körper nutzt genau dieselbe Melodie, um Schlaf, Hunger und sogar unsere Körpertemperatur zu steuern. Das Verständnis dieses Rhythmus hilft Ärzten, Schlafstörungen zu behandeln und erklärt das seltsame Gefühl des Jetlags. Wussten Sie, dass das Sonnenlicht acht Minuten und zwanzig Sekunden braucht, um uns zu erreichen, aber es diese winzigen Uhren in unseren Zellen für den ganzen Tag zurücksetzt?

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Zurück im Garten flackerte eine Reihe von Diyas, deren Flammen tanzten und dann schwächer wurden. „Oh!“, rief Amir aus, ihr Gesicht leuchtete auf. „Das ist genau wie das PER-Protein! Die Flamme baut sich auf, und dann verblasst sie, und dann kann sie sich wieder aufbauen!“ Ihre Mutter sah die Fruchtfliege an, die immer noch in der Nähe der Süßigkeiten summte. „Deshalb waren diese winzigen Insekten so wichtig für einen Nobelpreis!“

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Ihr Vater nickte. „Genau! Darum bin ich so müde, wenn ich für die Arbeit in eine andere Zeitzone fliege.“ Amir fügte hinzu: „Und darum bekomme ich immer genau um zwölf Uhr mittags Hunger, auch wenn ich nicht auf die Uhr schaue!“ Ihre Mutter betrachtete eine nahegelegene Pflanze, deren Blütenblätter für die Nacht geschlossen waren. „Sogar die Blumen lauschen demselben Lied“, sagte sie leise.

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Amir beendete eine Zeichnung in ihrem Notizbuch und beschriftete sie mit „Entdeckung Nummer vierundzwanzig: Die Uhr in mir“. Sie verstand endlich, dass das Gefühl der Müdigkeit der eigene schöne, uralte Rhythmus ihres Körpers war. Sie blickte auf den Vollmond, der hoch über dem Palast hing. „Papa, wenn unser Körper der Sonne folgt... beeinflusst uns dann auch der Mond?“