May-Britt Moser

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In einem hochmodernen neurowissenschaftlichen Labor erfüllt das Summen der Geräte die Luft. Yuto deutet auf eine große holografische Anzeige, auf der komplizierte neuronale Pfade pulsieren und leuchten. „Das ist nicht nur eine Karte, Jungs“, erklärt Yuto, seine Stimme ein leises, aufgeregtes Murmeln. „Das ist das Gehirn, das sich selbst kartiert, eine Entdeckung, die unser Verständnis von Navigation grundlegend verändert hat. Wisst ihr, wer uns geholfen hat, dieses unglaubliche innere GPS zu finden, Atlas?“ Atlas kneift die Augen zusammen und blickt auf die schimmernde Anzeige, auf der ein komplexes hexagonales Muster erscheint. „Ich glaube schon, Yuto! Sind es May-Britt Moser und Edvard Moser? Sie haben dafür einen Nobelpreis gewonnen!“ „Genau, Atlas! Und alles begann mit einem tiefen Gefühl des Staunens, ganz so, wie Albert Einstein einmal sagte: ‚Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist die Quelle aller wahren Kunst und aller Wissenschaft.‘ May-Britt Moser hat dieses Geheimnis wirklich angenommen und aufgedeckt, wie unsere Gehirne wissen, wo wir sind und wohin wir gehen.“

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Yuto führt sie zu einem Bildschirm, der eine virtuelle Ratte zeigt, die sich in einem einfachen quadratischen Gehege bewegt, wobei ihr Weg eine Spur farbiger Punkte hinterlässt. „Stell dir vor, du bist eine kleine Maus, Leon, und suchst deinen Käse in einem neuen Raum“, beginnt Yuto und zeigt auf den Bildschirm. „Woher weiß dein Gehirn, wo du bist? Nun, in den Neunzehnsiebzigern entdeckte ein Wissenschaftler namens John O’Keefe etwas Erstaunliches: ‚Ortszellen‘ im Hippocampus.“ Leons Augen weiten sich. „Ortszellen? Sagen die dir: ‚Du bist hier‘?“ „Genau! Wenn die virtuelle Ratte einen bestimmten Teil des Raumes betritt, leuchten bestimmte Neuronen, diese ‚Ortszellen‘, wie winzige Leuchtfeuer auf. Sie sagen der Ratte: ‚Das ist die Nordwestecke!‘ oder ‚Du bist direkt an der Wand!‘ Aber es fehlte noch ein Puzzleteil.“

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Yuto skizziert nun auf einem transparenten digitalen Whiteboard und illustriert die Grenzen von Ortszellen. „Denk mal drüber nach, Atlas“, fordert Yuto auf und zeichnet ein paar isolierte Kreise auf das Whiteboard. „Ortszellen sind wie einzelne Stecknadeln auf einer Karte, die dir sagen ‚hier‘ und ‚hier‘. Aber woher weißt du den Abstand zwischen diesen Stecknadeln? Woher weißt du, ob du fünf Schritte oder fünfzig Schritte gegangen bist? Ortszellen geben dir kein Gefühl für Maßstab oder Richtung über einen größeren Bereich.“ Atlas kratzt sich am Kopf. „Also, wenn ich weiß ‚das ist mein Zimmer‘ und ‚das ist die Küche‘, aber nicht, wie ich effizient dazwischen gelange oder wie groß das Haus ist?“ „Genau! Das Gehirn brauchte eine Möglichkeit, ein konsistentes Raumgefühl zu messen und aufrechtzuerhalten, ein universelles Koordinatensystem, das all diese ‚Orte‘ miteinander verbinden konnte. Das war das große Problem, das May-Britt und Edvard Moser zu lösen versuchten!“

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Die holografische Anzeige verschiebt sich und zeigt eine animierte Reise über einen digitalen Globus, die sich auf einer wunderschönen Fjordlandschaft mit der Stadt Trondheim, Norwegen, niederlässt. „Unsere Geschichte führt uns weit in den Norden nach Trondheim, Norwegen, einem Zentrum wissenschaftlicher Entdeckungen“, erzählt Yuto und gestikuliert auf die malerische digitale Karte. „Hier haben May-Britt und Edvard Moser ihre Forschung am Kavli-Institut für Systemneurowissenschaften etabliert. Sie wurden von einer immensen Neugier angetrieben: Wie erstellt das Gehirn seine eigene Karte der Welt?“ Leon zeigt auf ein leuchtendes Gebäude auf der Karte. „Sie haben also beschlossen, dort den wahren Kartenmacher des Gehirns zu finden?“ „In der Tat! Sie vermuteten, dass es mehr als nur ‚Ortszellen‘ geben musste. Sie stellten die Hypothese auf, dass es ein grundlegenderes System gibt, einen neuronalen Bauplan, der es uns ermöglichte, die Geometrie unserer Umgebung zu verstehen. Ihre Suche galt den Neuronen, die für dieses interne Koordinatensystem verantwortlich sind.“

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Die Szene wechselt zu einem detaillierten wissenschaftlichen Diagramm eines Versuchsaufbaus, das eine Ratte in einer großen, offenen Arena zeigt, mit Mikroelektroden, die in ihr Gehirn implantiert und drahtlos mit Aufzeichnungsgeräten verbunden sind. „Um diese verborgene Karte zu finden, mussten die Mosers dem Gehirn direkt zuhören“, erklärt Yuto und zeichnet Linien auf dem Diagramm. „Sie platzierten winzige, harmlose Mikroelektroden in einem bestimmten Teil des Rattengehirns, dem entorhinalen Kortex, direkt neben dem Hippocampus. Dies ermöglichte es ihnen, das elektrische Geplapper einzelner Neuronen aufzuzeichnen, während die Ratte eine weite, offene Arena erkundete.“ Atlas nickt. „Sie sind also wie winzige Mikrofone, die den Gehirnzellen beim Sprechen zuhören?“ „Genau! Die Ratte konnte sich frei bewegen, Leckerlis jagen und spielen, während die Wissenschaftler beobachteten, welche Neuronen wann ‚feuerten‘. Sie suchten nach wiederkehrenden Mustern, nach Anzeichen eines konsistenten räumlichen Codes, der über ein bloßes ‚Hiersein‘ hinausging.“

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Der Bildschirm zeigt nun die erstaunlichen Ergebnisse: ein lebendiges, leuchtendes, hexagonales Gittermuster, das aus der aufgezeichneten neuronalen Aktivität der sich bewegenden Ratte hervorgeht. „Und dann sahen sie es – ein Muster, das niemand vorhergesagt hatte, ein wahrer ‚Aha!‘-Moment!“, ruft Yuto, während sein Finger das komplizierte Design auf dem Bildschirm nachzeichnet. „Als die Ratte die Umgebung erkundete, feuerten bestimmte Neuronen im entorhinalen Kortex nicht nur an einer Stelle, sondern an mehreren, gleichmäßig verteilten Orten und bildeten ein perfektes hexagonales Gitter! Sie nannten diese ‚Gitterzellen‘.“ Leon schnappt nach Luft. „Wie eine Honigwabe! Das Gehirn hat also sein eigenes unsichtbares Millimeterpapier?“ „Ja, Leon, genau! Jede Gitterzelle feuert an verschiedenen Punkten im Raum, und wenn man viele von ihnen kombiniert, erzeugen sie eine atemberaubende, geometrisch präzise Karte der Umgebung. Das war das fehlende Puzzleteil – das eingebaute Koordinatensystem des Gehirns!“

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Yuto nutzt jetzt eine hochentwickelte interaktive Simulation, die zeigt, wie sich mehrere Gitterzellen zu einer kohärenten räumlichen Karte verbinden. „Stellen Sie sich einzelne Gitterzellen wie winzige Lineale oder Kompasse vor, jedes mit einem anderen ‚Maßstab‘ oder einer anderen ‚Ausrichtung‘“, erklärt Yuto und manipuliert die Simulation. „Eine Zelle feuert vielleicht alle fünf Schritte in eine bestimmte Richtung, eine andere alle zehn Schritte in eine andere Richtung. Aber wenn diese Gitterzellen zusammenarbeiten, überlappen sich ihre hexagonalen Muster und erzeugen eine superpräzise Karte, die dem Gehirn genau sagt, wo es sich in einer Umgebung befindet, wie weit es gereist ist und in welche Richtung.“ Atlas sieht nachdenklich aus. „Es ist also nicht nur ‚Sie sind hier‘, sondern ‚Sie sind genau hier auf der Karte, und Sie können dorthin gelangen, indem Sie diesen Koordinaten folgen‘?“ „Genau! Dieses Gitterzellensystem fungiert als mentales GPS, das es uns ermöglicht, neue Orte zu navigieren, Routen zu speichern und mentale Karten unserer Umgebung zu erstellen. Es ist eine elegante, universelle Lösung für das räumliche Verständnis.“

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Die Anzeige wechselt zu einem Vergleich von gesunder Gehirnaktivität mit der eines Alzheimer-Patienten, wobei die Verschlechterung des Rasterzellensystems hervorgehoben wird. „Diese Entdeckung war nicht nur faszinierend; sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Verständnis der menschlichen Gesundheit“, sagt Yuto und zeigt auf einen Gehirnscan auf der linken Seite, der eine robuste Rasterzellenaktivität zeigt. „Eines der frühesten Symptome der Alzheimer-Krankheit ist oft Desorientierung und das Verlaufen, selbst in vertrauter Umgebung. Jetzt verstehen wir, warum.“ Atlas’ Stimme wird sanfter. „Ist es, weil ihre Rasterzellen aufhören zu funktionieren?“ „Genau. Die Forschung zeigt, dass der entorhinale Kortex, die Heimat der Rasterzellen, eine der ersten Gehirnregionen ist, die von Alzheimer betroffen ist. Ihr internes GPS bricht zusammen. Das Verständnis dieses Mechanismus ist entscheidend für die Entwicklung neuer Behandlungen und Diagnosewerkzeuge zur Bekämpfung dieser verheerenden Krankheit.“

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Die Szene wechselt zu einem feierlichen Bild von May-Britt Moser und Edvard Moser, die ihren Nobelpreis entgegennehmen, während Leon, Atlas und Yuto eine Übertragung auf einem Bildschirm verfolgen. „Die Bedeutung der Arbeit der Mosers war unbestreitbar", sagt Yuto mit einem stolzen Lächeln im Gesicht, als der Bildschirm einen historischen Moment zeigt. „Im Jahr zweitausendvierzehn wurden May-Britt Moser und Edvard Moser zusammen mit John O'Keefe der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen von Zellen verliehen, die ein Positionierungssystem im Gehirn bilden. Es war ein Moment globaler Anerkennung für die Entschlüsselung eines der tiefsten Geheimnisse des Gehirns." Leon klatscht aufgeregt. „Ein Nobelpreis für die Entdeckung des GPS des Gehirns! Das ist so cool!" „Absolut, Leon. Ihre Arbeit erklärte nicht nur, wie wir uns zurechtfinden; sie eröffnete neue Wege zum Verständnis von Gedächtnis, Lernen und wie unser Gehirn unsere Wahrnehmung der Welt konstruiert. Es ist ein grundlegendes Puzzleteil für die gesamte Neurowissenschaft."

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Die finale Darstellung ist eine dynamische Montage, die den weitreichenden Einfluss und die fortlaufende Forschung veranschaulicht, die durch May-Britt Mosers Entdeckungen in verschiedenen Bereichen inspiriert wurden. „May-Britt Mosers Pionierarbeit inspiriert weiterhin Wissenschaftler auf der ganzen Welt“, schließt Yuto und fährt mit dem Arm über die Montage der Bilder. „Von der Entwicklung besserer Diagnosewerkzeuge für neurologische Störungen bis zur Erforschung, wie virtuelle Realität Navigationsfähigkeiten wiederherstellen könnte, treibt ihr Vermächtnis unzählige Forschungsbemühungen an. Wir untersuchen auch, wie Gitterzellen am abstrakten Denken beteiligt sein könnten und uns helfen, Ideen und Konzepte zu ‚navigieren‘!“ Atlas grinst. „Gitterzellen helfen uns also nicht nur, den Weg zum Laden zu finden, sondern auch, neue Ideen zu finden?“ „Das Gehirn, Jungs, ist die komplexeste und wunderbarste Schöpfung des Universums. Und dank Wissenschaftlern wie May-Britt Moser entschlüsseln wir weiterhin seine erstaunlichen Geheimnisse, ein Gitter nach dem anderen. Das Abenteuer der Entdeckung endet nie wirklich.“