Kate Crackernuts

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In den altehrwürdigen Hallen des Everbright Museums, wo Mondlicht gemalten Welten Leben einhauchte, lebten zwei Seelen, die durch Schwesternschaft verbunden waren: Kate, eine von Mut berührte Jungfrau, und Anne, von fairer Gestalt, aber gebrechlichem Geist. Ihre Stiefmutter, eine Frau, deren Herz Schatten barg, dunkler als jede Leinwand, warf einen eifersüchtigen Blick auf Annes Schönheit und schmiedete einen bösen Plan. Gerüchte sprachen von einem Fluch, einer Prüfung der Loyalität und Liebe, vor dem Hintergrund vergoldeter Rahmen und zeitloser Geschichten.

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Anne schauderte und klammerte sich fester an Kates Hand. „Ich fürchte sie, Kate“, flüsterte sie. „Sie sieht mich mit solchem… Neid an.“ Kate drückte die Hand ihrer Schwester. „Mach dir keine Sorgen, Anne. Wir haben einander, und das ist alles, was zählt.“ Ihr friedlicher Moment wurde von der kalten Stimme der Stiefmutter zerschnitten: „Anne, meine Liebe, ich habe eine Aufgabe für dich. Eine einfache Besorgung, aber eine, die eine Reise in den Wald erfordert, der in dem Gemälde ‚Die flüsternden Wälder‘ dargestellt ist.“

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„In diesen... Wald?“, keuchte Anne, ihre Augen weit vor Entsetzen. „Aber man sagt, er sei... verzaubert!“ Die Stiefmutter kicherte, ihre Augen glänzten vor Bosheit. „Unsinn, Kind. Es ist nur Farbe und Leinwand. Hol mir eine Blüte von der Mitternachtsdistel, die nur dort wächst. Sie wird mein Leiden heilen und deine Hingabe an deine Mutter beweisen.“ Sie grinste Anne an. „Scheiterst du, dann... nun, sagen wir einfach, deine Schönheit wird dir nichts nützen.“

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Kate wollte Anne nicht allein gehen lassen. „Ich werde meine Schwester begleiten“, erklärte sie und trat vor. Die Stiefmutter war zwar unzufrieden, konnte aber nicht ablehnen, ohne Misstrauen zu erregen. „Sehr wohl, Kate. Aber wisse dies: Nur Anne darf die Distel pflücken. Wenn du sie berührst, werden schlimme Konsequenzen folgen.“ Kate nickte, ihre Entschlossenheit härtete sich wie der alte Stein der Museumsmauern.

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Als sie durch das Gemälde „Flüsternde Wälder“ traten, wurde die Luft kalt und der Wald erwachte um sie herum zum Leben. Sich windende Bäume bildeten knorrige Hände, und Schatten tanzten wie schelmische Geister. „Wir müssen vorsichtig sein“, murmelte Kate, ihre Hand ruhte auf dem Griff eines kleinen Dolches, den sie unter ihren Röcken verborgen hatte. „Wie Seneca sagte: ‚Jeder neue Anfang kommt vom Ende eines anderen Anfangs.‘ Wir beginnen hier etwas Neues, einen Weg, auf dem uns Ehrlichkeit führen muss, denn das Herz dieser Stiefmutter ist so dunkel wie diese Wälder.“

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Tiefer im Wald fanden sie die Mitternachtsdistel, deren Blütenblätter ein tiefes Indigoblau hatten, das mit Silberstaub schimmerte. Sie pulsierte mit einem ätherischen Licht. „Sie ist wunderschön, und doch... gefährlich“, flüsterte Anne und streckte zögernd die Hand aus. Eine Stimme hallte durch die Bäume: „Nur jemand mit reinem Herzen darf sie berühren.“ Anne erstarrte, ihre Angst kehrte mit voller Wucht zurück.

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Anne zögerte. Kate wusste, was Anne tun würde. Kate packte Annes Gesicht und flüsterte: „Ich weiß, ich muss das für dich tun!“ Mit einer schnellen Bewegung griff Kate nach der Distel, ihre Finger streiften die zarten Blütenblätter. Eine Welle von Energie durchströmte sie, und der Wald wich zurück, die Farben verblassten, der Zauber brach.

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Das Gemälde nahm seine ursprüngliche Form an: eine einfache Leinwand mit Pinselstrichen. Doch der Plan der Stiefmutter war nach hinten losgegangen. Der Fluch, der Annes Schönheit stehlen sollte, übertrug sich auf Kate und verzerrte ihr Gesicht zu dem eines Tieres. „Kate!“, rief Anne entsetzt. „Was habe ich getan?“ Kate starrte auf ihr Spiegelbild in einem nahegelegenen Wasserbecken, ihr Herz zerbrach.

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„Ich werde dich dieses Schicksal nicht alleine erleiden lassen“, erklärte Anne, ihre Stimme zitternd, aber fest. Sie erinnerte sich an eine alte Geschichte, einen Weg, den Fluch zu brechen. Sie griff nach ihrem Umhang. „Ich werde die Knisternüsse suchen – eine magische Frucht, die wahre Formen wiederherstellt, aber sie wird vom Koboldkönig im nächsten Gemälde, ‚Der Koboldmarkt‘, bewacht. Er ist grausam, aber gerissen, und das Einzige, was er schätzt, ist… Ehrlichkeit.“

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Anne handelte mit dem Koboldkönig nicht mit Juwelen oder Gold, sondern mit der Wahrheit über den Neid ihrer Stiefmutter und Kates selbstlose Tat. Gerührt von ihrer Aufrichtigkeit, schenkte er ihr die Knacknüsse. Als sie zu Kate zurückkehrte, fütterte sie sie mit der Frucht und stellte ihr wahres Gesicht wieder her. Und so brach Ehrlichkeit, nicht Schönheit, den Fluch, und die Schwestern standen vereint da, ihr Band stärker als jede Verzauberung. Sie wussten, dass die Herrschaft ihrer Stiefmutter beendet war.