Puss in Boots

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In einer Gartenwelt lebten der jüngste Müllersohn Jean, seine kluge Katze und ein furchterregender Riese namens Grimoire. Jean träumte von Abenteuern jenseits der Mohnfelder. Grimoire, dessen Schatten über den Petunien lag, bedrohte ihre Miniaturgesellschaft. Nur der Kater, mit seinem Verstand und seinen glänzenden Stiefeln, ahnte, dass die Sehnsucht nach mehr und die Angst vor Grimoire miteinander verknüpft waren. Ihre Geschichte sollte nun erblühen.

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„Eine Katze?“, rief Jean aus und starrte auf sein Erbe. Seine älteren Brüder hatten die Mühle und den Esel beansprucht und ihm nichts als den Kater gelassen. „Was nützt eine Katze, wenn Grimoire uns alle zu Dünger stampfen könnte?“ Der Kater schnurrte, seine grünen Augen glänzten: „Vertraut mir, Meister. Mit einem Paar Stiefel und einem Sack werde ich euer Glück machen.“

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Puss stellte eine Falle und füllte seinen Sack mit prallen, ahnungslosen Feldmäusen. Er marschierte zur Sonnenblumenfestung des Riesen und verbeugte sich vor den Wachen: „Ein Geschenk meines Herrn, des Marquis de Carabas, an euren Herrn, den großen Grimoire!“ Die Wachen, überrascht von der sprechenden Katze, ließen ihn hinein. Puss, ohne aus der Rolle zu fallen, begann seine Geschichte zu spinnen.

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„Grimoire ist zutiefst beeindruckt von der Großzügigkeit Eures Meisters“, donnerte der Riese, seine Stimme ließ die Blütenblätter erzittern. Der Kater, unbeeindruckt, verbeugte sich tief. „Mein Meister möchte wissen, ob Eure Größe sich auch darauf erstreckt, Euch in jedes beliebige Geschöpf zu verwandeln, wie manche behaupten.“ Grimoire kicherte: „Ein bloßer Taschenspielertrick! Sieh mal, Katze.“

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Mit einem Fingerschnippen verwandelte sich Grimoire in einen furchterregenden Löwen, der gewaltig brüllte. Der Boden selbst bebte. Puss, obwohl erschrocken, bewahrte seine Fassung. „Großartig!“, rief er aus. „Aber sicherlich wäre die größte Prüfung etwas viel Kleineres. Eine Maus, vielleicht?“

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Grimoire, stolz geschwellt, stimmte bereitwillig zu. Er schrumpfte und schrumpfte, bis er nichts mehr war als eine winzige, quiekende Maus. Blitzschnell sprang der Kater zu. „Wie Leonardo da Vinci sagte: ‚Kleine Räume oder Wohnungen disziplinieren den Geist, große schwächen ihn‘“, murmelte der Kater und verschlang den Riesen mit einem einzigen Happs. „Grimoires Problem war ein Mangel an Disziplin.“

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„Von diesem Tag an“, erklärte Puss den fassungslosen Sonnenblumengarden, „gehört dieses Land dem Marquis de Carabas! Verkündet es allen.“ Die Garden, verängstigt und verwirrt, gehorchten. Währenddessen ritt Jean, von Puss geführt, durch die Felder, bejubelt von jubelnden Menschenmengen, die ihn für einen Adligen hielten.

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Der König, der mit seiner Tochter durch den Garten spazierte, näherte sich. Der gestiefelte Kater, stets einfallsreich, wies die Feldarbeiter an zu behaupten, sie würden alle für den Marquis de Carabas arbeiten. Beeindruckt von den riesigen „Besitztümern“ wurde der König begierig, diesen wohlhabenden Edelmann kennenzulernen. Der gestiefelte Kater lächelte, sein Plan entfaltete sich perfekt.

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Jean, vorgestellt als der Marquis, bezauberte die Prinzessin sofort. Der König, hocherfreut über die Verbindung, stimmte einer Heirat bereitwillig zu. Jean, einst ein mittelloser Müllersohn, sollte nun in den Adel einheiraten, alles dank der Klugheit seiner Katze. Doch der gestiefelte Kater blieb für einen Moment im Schatten.

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Jean, nun ein Prinz, vergaß nie seine bescheidenen Anfänge oder den unerschütterlichen Gehorsam des gestiefelten Katers. Er regierte mit Freundlichkeit und Weisheit, stets daran denkend, dass wahrer Reichtum nicht in Titeln liegt, sondern in der Stärke des eigenen Charakters. Und der gestiefelte Kater? Er flüsterte oft: „Hilfsbereitschaft ist die geheime Macht der Welt.“ Ihre Geschichte war der Beweis.