The Angel

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In der leuchtenden, von Weinreben umrankten Stadt Neu-Venedig lebte die gutherzige Elara, eine junge Frau, bekannt für ihr Einfühlungsvermögen. Kai, der zynische Mechaniker, sah nur den Verfall der Stadt, während Zara, die ehrgeizige Architektin, davon träumte, sie in Chrom und Glas neu aufzubauen. Elara jedoch glaubte an die vergessene Schönheit der Stadt, verborgen inmitten der Ruinen. Eine Geschichte von zerbrochenen Träumen und einem vergessenen Engel sollte sich entfalten, deren Wahrheit im Licht verborgen lag.

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Elara arbeitete als Botin und glitt in ihrer elektrischen Gondel durch die Kanäle. Sie lieferte Datenchips und Pakete aus, aber ihre eigentliche Aufgabe war es, Freundlichkeit zu überbringen. Eines Tages kam ein mysteriöses Paket für Kai an. „Das ist doch nur Müll“, spottete Kai und warf es beiseite.

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Zara, immer pragmatisch, hob es auf. „Vielleicht ist etwas Nützliches dabei“, sagte sie und öffnete es vorsichtig. Darin befand sich ein angelaufenes silbernes Medaillon, dessen Oberfläche mit seltsamen Symbolen geätzt war. „Finde den Engel, und die Stadt wird wiedergeboren“, las Zara von einem kleinen, verblassten Zettel darin. Kai spottete. „Noch so ein Ammenmärchen.“

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Elara, die sich an die Geschichten ihrer Großmutter erinnerte, verspürte einen Funken Hoffnung. „Meine Großmutter erzählte immer Geschichten von einem Engel, der über Neo-Venedig wachte“, sagte sie leise. „Sie sagte, das Licht des Engels könnte die Wunden der Stadt heilen.“ Kai verdrehte die Augen. „Engel und Magie? Werde erwachsen, Elara.“

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Zara, trotz ihrer anfänglichen Skepsis fasziniert, konsultierte alte Stadtpläne. „Es gibt eine Legende“, sagte sie und fuhr mit dem Finger über das verblasste Pergament, „von einem verborgenen Heiligtum, das nur während der Aqua Notte zugänglich ist – der Nacht, in der die Kanäle blau leuchten.“ Diese Nacht stand kurz bevor.

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Obwohl Kai immer noch skeptisch war, verspürte er einen Anflug von Neugier. Er erinnerte sich an die Geschichten seines Großvaters über die seltsame Magie der Aqua Notte. „Schön“, brummelte er, „aber wenn wir nichts finden, lassen wir diesen Unsinn sein.“ Elara lächelte. „Wir müssen es versuchen“, sagte sie, ihre Augen glänzten vor Hoffnung.

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Während der Aqua Notte schimmerten die Kanäle in einem ätherischen blauen Licht, das von biolumineszenten Algen reflektiert wurde, die unter der Oberfläche blühten. Der Karte folgend navigierten Elara, Kai und Zara durch ein Labyrinth versteckter Wasserwege. „Es ist wunderschön“, flüsterte Elara und blickte auf das leuchtende Wasser. „Aber wo ist dieses Heiligtum?“

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Das Medaillon begann zu glühen und zeigte ihnen einen verborgenen Torbogen, der unter einem Wasserfall verborgen war. Darin fanden sie eine verspiegelte Kammer. „Erinnere dich, was Leonardo da Vinci sagte“, erklärte Elara, „‚Der Spiegel ist mein bester Freund, denn wenn ich weine, lacht er nie.‘ Vielleicht ist der Engel kein Wesen, sondern ein Spiegelbild unserer selbst.“

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Als sie in die Spiegel blickten, sahen sie nicht ihre physischen Spiegelbilder, sondern ihre tiefsten Wünsche und Ängste. Kai sah eine Stadt, die mit kaltem, gefühllosem Stahl wiederaufgebaut war. Zara sah ihren Namen in jedes Bauwerk gemeißelt. Elara sah eine Stadt, in der Freundlichkeit wie die Ranken um sie herum blühte. Sie schloss die Augen und flüsterte einen Wunsch, dass das Herz der Stadt geheilt werden möge.

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Die Kammer schimmerte, und als sie die Augen öffneten, war Neu-Venedig in ein warmes, goldenes Licht getaucht. Die Gebäude der Stadt waren immer noch abgenutzt, aber die Ranken blühten mit leuchtenden Blumen, und die Kanäle glitzerten vor Leben. Der Engel war kein Wesen, sondern das Potenzial für Freundlichkeit in jedem von ihnen. Und so begann Neu-Venedig seine langsame, wunderschöne Wiedergeburt.