The Ash Lad

Im Reich, wo der Schlaf die Realität küsst, schlängelte sich eine große Eisenbahn durch die flüsternden Wälder des Geistes, ein Kanal zwischen den Welten. Hier lebten drei Brüder: Espen, der Aschenputtel, für immer mit Ruß bedeckt; Per, der starke und prahlerische; und Pål, der kluge und gerissene. Eine Prüfung erwartete sie, eine Suche nach einer goldenen Gans, die Reichtümer jenseits aller Vorstellungskraft versprach, doch nur das reinste Herz konnte sie beanspruchen. Der Weg war voller Versuchungen und Illusionen, wo der gleißende Glanz des Goldes den wahren Schatz verdeckte: die Freundlichkeit.

Espen schuftete unermüdlich an den Lokomotiven und verdiente sich so seinen Namen und eine ständige Schicht aus Schmutz. „Warum verschwendest du deine Tage damit, Maschinen zu putzen, wenn Gold auf dich wartet?“, spottete Pål und polierte seine Brille. „Die Welt belohnt keine rußverschmierten Hände, Bruder.“ Per spannte seine Bizeps an. „Stärke und List, das ist der wahre Weg.“

Ein königlicher Bote traf ein, seine Stimme hallte durch den Rangierbahnhof, und verkündete: „Der König ruft zu einer Queste auf: Wer ihm die Goldene Gans bringt, soll die Hälfte seines Königreichs und die Hand der Prinzessin gewinnen!“ Pål grinste und rückte seine Brille zurecht. „Die Gelegenheit klopft an, Brüder! Zeit, der Welt unseren Wert zu beweisen.“

Per und Pål machten sich mit Brot und Dörrfleisch auf den Weg. Bald trafen sie auf einen Bäcker, müde und zusammengesunken am Wegesrand, der um Essen bat. „Teilt eure Gaben, Brüder“, keuchte der Bäcker, seine Augen flehend. Per stieß ihn beiseite. „Wir haben ein Königreich zu gewinnen, alter Mann. Jeder Krümel ist kostbar.“

Weiter unten fanden sie einen Hirten, der seine Herde inmitten der flüsternden Kiefern hütete. Auch er bat um Nahrung. „Einen Bissen, meine Herren, um diesen nagenden Hunger zu stillen?“ Pål, stets gerissen, musterte die Schafe. „Wir sind auf einer Queste, alter Mann. Wir können keinen Bissen entbehren. Außerdem“, höhnte er, „sehen diese Schafe ziemlich dick aus.“

Espen, der hinterherhinkte, traf denselben Bäcker und Schäfer. Mit einem Lächeln bot er seine kargen Vorräte an. „Nimm die Hälfte“, bestand er. „Ein voller Bauch sorgt für eine hellere Reise.“

Die Brüder erreichten ein Gasthaus, aus dem Lachen und Musik in den Wald drangen. Der Wirt, ein jovialer Mann mit funkelnden Augen, begrüßte sie. „Willkommen, Reisende! Ruht und feiert, denn morgen wartet das letzte Stück!“ Per und Pål aßen sich satt und vernachlässigten dabei die Gänse, die im Hof rasteten.

„Die einzig wahre Weisheit liegt im Wissen, dass man nichts weiß“, murmelte Espen und erinnerte sich an die Worte des Sokrates, während er seinen Brüdern beim Feiern zusah. Espen schlüpfte in den Hof, wo die Gänse schliefen. Er rupfte eine goldene Feder aus. Sofort klebten die Gänse, der Wirt und die anderen Gäste in einem langen, lachenden Zug an ihm.

Vor dem König boten Per und Pål Juwelen und Karten an. Der König spottete. Dann erschien Espen, eine Parade des Lachens im Schlepptau. Die Prinzessin, gefesselt von seiner Freundlichkeit, erklärte: „Das ist der wahre Schatz! Das Herz, das teilt, ist reicher als jedes Königreich!“

Espen, der Aschenputtel, gewann nicht ein halbes Königreich, sondern die Zuneigung der ganzen Welt und die Hand der Prinzessin. Das Gold, das er suchte, fand er nicht in einer Gänsefeder, sondern in dem Lachen, das er teilte. Denn wahrer Reichtum verbindet, wie die Eisenbahn selbst, Herzen und überbrückt Träume.