The Bluebeard

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In den froststarren Ländern, die an den Ewigen Gletscher grenzten, lebten Blaubart, ein Mann von immensem Reichtum und dunklen Geheimnissen, und Anya, eine junge Frau mit einem Herzen, so rein wie der erste Schnee des Winters. Ihre Brüder, Liam und Finn, waren ihre Beschützer in einer Welt, in der Gold oft grausame Absichten verschleierte. Eine aufragende Festung aus schwarzem Eis stand Wache über Blaubarts Reich, ein Symbol des eisigen Schicksals, das jeden erwartete, der es wagte, seine verborgenen Wahrheiten aufzudecken. Anya sehnte sich nach einem Leben jenseits ihres Dorfes, unwissend, dass ihr Wunsch sie ins Herz eines gefrorenen Geheimnisses führen würde.

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Anya bestaunte die Opulenz der Festung. Blaubart führte sie durch Säle, die mit schimmernden Eisskulpturen geschmückt waren, und durch Räume, die überquollen von Schätzen aus der ganzen bekannten Welt. „Alles, was du siehst, gehört dir, Anya“, erklärte er, seine Stimme ein tiefes Grollen. Doch sie spürte einen Schauer, kälter als die Gletscherwinde. „Aber“, fügte er hinzu und zog einen Bund kunstvoller Schlüssel hervor, „eine Tür bleibt für immer verschlossen. Öffne sie niemals, unter keinen Umständen.“

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Allein in der riesigen Festung gelassen, nagte Anyas Neugier an ihr. Sie verbrachte Tage damit, die prächtigen Räume zu erkunden, jeder opulenter als der letzte. Eines Nachmittags, während sie alte Schriftrollen in der Bibliothek las, stieß sie auf eine Passage: „Spiegel lügen nicht, aber sie zeigen nur eine Reflexion der Wahrheit.“ Wie der große Leonardo da Vinci einst schrieb, dachte Anya vor sich hin und fuhr mit zitterndem Finger die Worte nach. Der letzte Schlüssel lockte.

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Mit zitternden Händen führte Anya den verbotenen Schlüssel ein. Das Schloss klickte, und die schwere Tür knarrte auf und enthüllte eine schwach beleuchtete Kammer. Eine Welle eisiger Luft strömte heraus, begleitet von einem schwachen, metallischen Geruch. Obwohl abgestoßen, trat sie ein. Reihe um Reihe standen gefrorene Gestalten in Eis eingeschlossen, ihre Gesichter in stummen Schreien verzerrt.

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Anya keuchte und stolperte rückwärts. In ihrem Schock glitt ihr der verbotene Schlüssel aus der Hand und fiel auf den eisigen Boden, wo er einen purpurroten Fleck hinterließ. Sie versuchte verzweifelt, ihn wegzuwischen, aber die blutähnliche Spur vertiefte sich nur und brandmarkte den Schlüssel für immer. „Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden“, dachte Anya und erinnerte sich an die Worte von William Shakespeare. Sie wusste mit beklemmender Gewissheit, dass sie gefangen war.

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Blaubart kehrte früher als erwartet zurück, sein Gesicht eine Maske kalter Wut, als er den befleckten Schlüssel in Anyas zitternder Hand sah. „Du hast mir nicht gehorcht“, zischte er, seine Stimme wie das Brechen von Gletschereis. „Jetzt wirst du das Schicksal derer teilen, die vor dir kamen.“ Er stürmte vorwärts und packte ihren Arm.

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Gerade dann stürmten Liam und Finn durch die Festungstore, die Schwerter gezogen. Sie waren misstrauisch geworden wegen Blaubarts langer Abwesenheit und waren Anya gefolgt. „Lasst sie los!“, rief Liam und trat zwischen sie. Blaubart höhnte: „Ihr könnt nicht aufhalten, was geschrieben steht.“

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Anya, verzweifelt, erinnerte sich an die Schriftrolle aus der Bibliothek. „Spiegel lügen nicht…“ Sie wand sich aus Blaubarts Griff und rannte zu einem großen Spiegel, der an der Wand hing. Als sie hineinsah, erblickte sie nicht ihr eigenes Spiegelbild, sondern die Gesichter der im Eis gefangenen Frauen, die um ihre Freilassung flehten. Das gab ihr eine Stärke, von der sie nicht wusste, dass sie sie besaß.

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Mit neuem Mut schrie Anya: „Ihr könnt die Wahrheit nicht einsperren!“ Während sie sprach, brach ein blendendes Licht aus dem Spiegel hervor und zerschmetterte die Eisskulpturen in tausend Stücke. Die befreiten Seelen wirbelten um Blaubart herum, ihre eisige Berührung fror ihn an Ort und Stelle ein. Er stand regungslos da, ein Gefangener seiner eigenen Machenschaften.

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Die Festung aus schwarzem Eis begann zu zerbröseln, ihre dunklen Geheimnisse dem Licht preisgegeben. Anya, Liam und Finn kehrten in ihr Dorf zurück, für immer verändert durch die Schrecken, die sie erlebt hatten. Und so wurde das Gold, nach dem Blaubart sich sehnte, zu seinem Gefängnis, während Anyas Mut die Gefangenen seiner Gier befreite.