The Fisherman and His Wife

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In einer Hafenstadt, wo Schiffe auf Flüssen aus Sternenlicht segelten, lebten ein bescheidener Fischer namens Marius und seine ehrgeizige Frau Elara. Marius, zufrieden mit ihrem einfachen Leben, fischte in den schimmernden Gewässern, während Elara von mehr träumte. Ein magischer, sprechender Fisch bot eine Chance, ihrer Armut zu entkommen, doch geflüsterte Versprechen deuteten auf einen tieferen Preis hin. Die Geschichte von Marius und Elara ist ein Zeugnis für Begierden, die, unbeherrscht, selbst die hellsten Sterne verschlingen können.

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Marius warf sein Netz in den leuchtenden Fluss. Tage wurden zu Wochen, sein Fang war mager wie immer. „Vielleicht wird es heute anders sein“, seufzte er und wiederholte ein hoffnungsvolles Mantra. Plötzlich sprang ein großer, schimmernder Fisch aus dem Wasser, seine Schuppen wie eingefangenes Sternenlicht. „Fischer, lass mich frei, und ich werde dir einen Wunsch erfüllen!“, flehte er, seine Stimme überraschend sanft.

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Erschrocken wich Marius zurück. „Ein sprechender Fisch?“, murmelte er. Der Fisch bestand darauf und versprach Reichtum jenseits aller Vorstellungskraft. Er erinnerte sich an Elaras endlose Sehnsucht nach mehr, als sie hatten. „Ich kann dir deine Freiheit nicht einfach nehmen“, sagte Marius, sein Gewissen im Widerstreit mit seinem Wunsch, seine Frau zufriedenzustellen. Er ließ den Fisch frei und sah zu, wie er in den sternenklaren Tiefen verschwand.

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Elara traf ihn an der Tür, ihr Gesicht von Sorge gezeichnet. „Hast du etwas gefangen?“, fragte sie mit scharfer Stimme. Marius zögerte, dann erzählte er ihr die Geschichte vom sprechenden Fisch. „Du hast ihn gehen lassen?“, rief sie. „Du hättest dir alles wünschen können! Ein größeres Haus, feinere Kleider… wenigstens eine neue Waschwanne!“ Beschämt stapfte Marius am nächsten Tag zum Flussufer.

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„Oh, Fisch, wenn du da bist“, rief Marius, „meine Frau sagt, ich hätte mir etwas wünschen sollen. Sie möchte einen neuen Waschzuber.“ Der Fisch erschien, seine Augen wissend. „Dein Wunsch ist gewährt“, sagte er und verschwand dann. Als Marius nach Hause zurückkehrte, fand er Elara ekstatisch, wie sie Kleidung in einem glänzenden neuen Zuber wusch. „Aber warum hier aufhören?“, überlegte sie, ihre Augen glänzten. „Warum nicht ein Steinhaus?“

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Der Fisch erfüllte den Wunsch. Ein großes Steinhaus ersetzte ihre bescheidene Hütte. Doch Elaras Wünsche schwollen weiter an, sie verlangte nach feineren Möbeln, Dienern und prächtigeren Kleidern. Jeder Wunsch, den der Fisch erfüllte, nährte nur ihren unstillbaren Hunger. „Jetzt will ich Königin sein!“, erklärte sie, ihre Stimme hallte wider vor Ehrgeiz, „Geh und sag es dem Fisch!“

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Marius, müde und untröstlich, kehrte zum Fluss zurück. „Fisch“, krächzte er, „meine Frau will Königin sein.“ Der Fisch tauchte auf, sein Gesicht war besorgt. „Geh nach Hause“, seufzte er, „sie ist Königin.“ Marius fand Elara auf einem juwelenbesetzten Thron, wie sie über ihre kleine Stadt herrschte, aber ihr Gesicht war immer noch von Unzufriedenheit verzerrt. „Jetzt will ich die Sonne und den Mond kontrollieren!“, kreischte sie, „Sag dem Fisch, dass ich Gott sein will!“

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Verängstigt stolperte Marius zurück zum Flussufer. „Bitte“, flehte er, „das kann ich nicht verlangen!“ Der Fisch erschien, seine Stimme nun ein klagendes Flüstern. „Wie Friedrich Nietzsche sagte: ‚Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehen, dass er nicht dabei selbst zum Ungeheuer wird.‘ Du hast ihr zu viel Macht gegeben. Was als Nächstes geschieht, ist nicht meine Schuld.“ Er verschwand und ließ Marius in der Dunkelheit zurück. Ein Sturm zog auf.

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Als Marius nach Hause eilte, fand er keinen Palast, keinen Thron, keine Königin. Ihr bescheidenes Häuschen stand da wie zuvor, gezeichnet von Wind und Regen. Elara saß drinnen und wusch Kleidung im alten Waschzuber, ihr Gesicht eine Maske der Verwirrung. Die goldenen Gelegenheiten waren verschwunden und hatten nur das einfache Leben hinterlassen, das sie verachtet hatten.

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Marius half ihr beim Waschen. Das Sternenlicht in den Flüssen wurde schwächer. Der Fisch wurde nie wieder gesehen. Und sie lebten ihre Tage in stiller Abgeschiedenheit. Denn das endlose Streben nach mehr lässt einen oft mit weniger zurück, als man begonnen hat.