The Flying Coffin

The Flying Coffin — cover The Flying Coffin — page 1

In der wolkenverhangenen Stadt Aethoria, wo Schiffe auf Flüssen aus Sternenlicht segelten, lebten drei Seelen, die durch das Schicksal verbunden waren: Silas, ein einsamer Sargmacher; Lyra, eine Himmelsnavigatorin; und Morwen, eine im Schatten gehüllte Zauberin. Silas sehnte sich nach Verbindung und fertigte leere Gefäße für Himmelsbestattungen, die in das endlose Blau trieben. Doch eine Prophezeiung flüsterte von einem fliegenden Sarg, einem Gefäß des Wandels, das Aethoria entweder retten oder verdammen und die Grundfesten ihrer Welt auf die Probe stellen würde. Nur der Abstieg eines Helden würde sie zu ihrem wahren Schicksal führen, geleitet von Mut, geprüft von Furcht, belohnt von Liebe.

The Flying Coffin — page 2

Silas fuhr mit der Hand über das glatte Zedernholz seines neuesten Sarges. „Eine weitere Reise begonnen, eine weitere Seele gegangen“, murmelte er, seine Stimme hallte in der Werkstatt wider. Er verkaufte seine handgefertigten Särge an Familien in Aethoria. Jeder Sarg wurde in den Himmel geschickt und repräsentierte für sie ihre verstorbenen Angehörigen.

The Flying Coffin — page 3

Lyra richtete ihr Astrolabium aus, die Stirn gerunzelt. „Die Himmelsströmungen verschieben sich, Meister Elmsworth“, sagte sie zu ihrem betagten Mentor. „Ich fürchte einen Sturm, wie wir ihn noch nie erlebt haben.“ Meister Elmsworth, der sich schwer auf seinen Silberholzstab stützte, nickte ernst. „‚Wissen ist nicht genug; wir müssen anwenden‘, wie Goethe sagte. Sehen Sie, was Sie können, bevor es uns trifft!“

The Flying Coffin — page 4

Morwen stand auf der höchsten Zinne, ihr Rabe auf ihrer Schulter. „Der Himmel wird weinen“, krächzte sie, ihre Stimme wie raschelnde trockene Blätter. Eine verhüllte Gestalt näherte sich. „Der Rat sucht deinen… Rat, Morwen“, sagte er zögernd. „Sie fürchten den Sturm.“

The Flying Coffin — page 5

Ein panischer Bote stürmte in Silas' Werkstatt. „Der Rat befiehlt Ihnen!“, rief er. „Fertigen Sie einen Sarg an, groß genug für einen Mann, stark genug zum Fliegen! Sofort!“ Silas starrte ihn fassungslos an. Er hatte nur Särge in normaler Größe hergestellt und noch nie versucht, einen fliegen zu lassen.

The Flying Coffin — page 6

Morwen besuchte Silas im Schutze der Nacht. „Ich kann dir helfen, es zum Fliegen zu bringen“, zischte sie, ihre Augen glänzten in der Dunkelheit. „Aber du musst mir etwas im Gegenzug versprechen.“ Er fragte, was sie wolle, und sie antwortete: „Eine einzige Träne.“ Er schluckte schwer.

The Flying Coffin — page 7

Silas stimmte mit schwerem Herzen zu. Morwen sang und webte einen Zauber um den Sarg. Er schimmerte und pulsierte vor arkaner Energie. Eine einzelne Träne fiel. „Es ist bereit“, sagte Morwen leise, mit einer seltsamen Sanftheit in ihrer Stimme. Silas war nun besorgt, wofür dieser Sarg verwendet werden würde.

The Flying Coffin — page 8

Lyra beobachtete vom Observatorium aus, wie der fliegende Sarg in den Sturm startete. „Er fliegt auf den Abgrund zu!“, rief sie, Angst packte ihr Herz. „Die Prophezeiung! Sie spricht von einem Abstieg, aber wohin?“ Er steuerte auf ihr unvermeidliches Verderben zu.

The Flying Coffin — page 9

Silas, von Morwens Magie geleitet, fand sich in dem fliegenden Sarg wieder, als dieser in den Abgrund stürzte. Er schloss die Augen und wappnete sich für das Ende. Dann hallte eine Stimme in seinem Kopf wider: „Wir sind, was wir vorgeben zu sein, also müssen wir vorsichtig sein, was wir vorgeben zu sein“, sagte Kurt Vonnegut. Es war Morwen. „Öffne deine Augen, Silas. Sieh die Wahrheit.“

The Flying Coffin — page 10

Silas öffnete die Augen und sah nicht Zerstörung, sondern die Wurzeln Aethorias, das verborgene Fundament, auf dem die Stadt schwebte, nun bröckelnd und schwach. Der Sarg verwandelte sich und wurde zu einem Gefäß aus Erde und Licht, das die Wurzeln flickte. Aethoria war gerettet. Silas hatte kein Ende gefunden, sondern einen Anfang – einen Sinn und ein Zuhause. Und indem er sie rettete, fand er sich selbst.