The Fox and the Grapes

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In einer Wüstenoase, bewacht von uralten sprechenden Sandschulpturen, lebte Reynard, ein Fuchs, bekannt für seinen unstillbaren Appetit und seinen ebenso großen Stolz. Er war der klügste aller Wüstentiere, zumindest glaubte er das. Doch die Oase barg ein Geheimnis: Trauben, prall und reif, die hoch an unmöglichen Ranken wuchsen. Diese Trauben waren eine Prüfung, ein grausamer Scherz, und Reynard sollte bald ihre bittere Lektion lernen.

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„Diese Trauben gehören mir!“, erklärte Reynard einer nahegelegenen Sandskulptur. Die Skulptur, deren Gesicht mit der Weisheit von Jahrhunderten gezeichnet war, blieb stumm. Reynard schritt auf und ab, seine scharfen Krallen gruben sich in den weichen Sand. „Sie sehen so saftig aus, so süß…“, murmelte er, sein Magen knurrte. Er überlegte zu springen, aber die Trauben hingen viel zu hoch. Er beschloss, die Umgebung zu beobachten.

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Reinhard erspähte einen kleinen, verdorrten Baum in der Nähe. „Wenn ich da hochklettere…“, murmelte er und kletterte an den spröden Ästen hoch. Der Baum knarrte und ächzte unter seinem Gewicht. Er streckte sich, seine Pfoten reichten, aber die Trauben blieben gerade außer Reichweite. „Fast… fast!“, strengte er sich an, der Baum schwankte bedenklich.

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Mit einem Seufzer sprang Reynard zurück auf den Boden. „Vielleicht mit Anlauf?“ Er wich zurück, die Augen auf die Trauben gerichtet. Er sprintete auf die Reben zu und sprang mit aller Kraft. Wieder blieb er zu kurz und landete mit einem dumpfen Geräusch im weichen Sand. Ein Schakal beobachtete ihn amüsiert aus der Ferne. Reynard stand auf, bürstete sich den Sand vom Fell, ein Anflug von Frustration in seinen Augen.

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„Ich kenne jemanden, der sagte: ‚Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.‘ Das war Albert Einstein, und ich glaube, er hat recht“, murmelte Reynard. Er brauchte einen neuen Plan. Als Reynard einen Haufen glatter Steine entdeckte, hatte er eine Idee. Er sammelte die Steine, um sie auf die Ranken zu werfen und die Trauben zu lösen.

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Er schleuderte die Steine, einen nach dem anderen, zielgenau. Jeder Stein verfehlte sein Ziel, erreichte kaum die Blätter. Die Trauben blieben unberührt, spöttisch unerreichbar. Reynard knurrte frustriert, seine Pfoten schmerzten. Der Schakal beobachtete weiter, seine Belustigung wuchs. „Das funktioniert nicht!“, rief Reynard schließlich.

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Er sah die Trauben an, dann zurück zum entfernten Schakal. „Was ist los, Fuchs? Kommst du nicht ran?“, rief der Schakal, dessen Stimme Spott enthielt. Reinhards Stolz war verletzt. Er musste die Niederlage eingestehen. „Sie sind wahrscheinlich sowieso sauer“, sagte er und versuchte, etwas Würde zurückzugewinnen. Er drehte sich um und ging weg.

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Das Lachen des Schakals hallte hinter ihm wider und fügte der Beleidigung noch Hohn hinzu. Reinicke, mit tief hängendem Schwanz, setzte seinen Weg fort. Er war durstig, hungrig und vor allem gedemütigt. Er war sich sicher, dass die Trauben sauer waren. „Ich bin sicher, ich hätte sie nicht gemocht, selbst wenn ich sie gehabt hätte“, erklärte der Fuchs sich selbst und versuchte, das Geräusch des Wüstenwindes zu übertönen.

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Er wandte sich den Sanddünen zu. Es wäre einfacher, etwas Näheres zu suchen. Reynard erinnerte sich, was ihm als Junges gesagt wurde: „Es ist, was es ist.“ Manchmal muss man einen gescheiterten Versuch akzeptieren und weitermachen. Er sah Beeren an einem Kaktus in der Nähe wachsen, und sie sahen süßer aus als jede Traube.

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Reinhard schwelgte in den Beeren, der süße Saft zerplatzte in seinem Mund. Ihm wurde klar, dass die Jagd nach dem Unerreichbaren ihn für die einfachen, leicht zugänglichen Freuden blind gemacht hatte. Und so lernte Reinhard, dass es besser ist, zu schätzen, was man hat, als sich das zu wünschen, was man nicht haben kann.