The Golden Cockerel

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In einem Leuchtturm, umspült von einem gemalten Meer, lebten ein König, der von Angst verzehrt wurde, ein Narr, der von der Wahrheit belastet war, und ein goldener Hahn, der Voraussicht versprach. König Arlan, einst ein Krieger, zitterte nun vor Schatten. Der Narr, Motley, sah die Fäulnis, die das Königreich verzehrte. Und auf dem höchsten Turm thronte der goldene Hahn, seine vergoldeten Augen blickten auf den Horizont, auf eine Bedrohung, die nur er wahrnehmen konnte. Das Schicksal des Königreichs hing von seiner Warnung ab.

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Arlan schritt im Leuchtturm auf und ab, seine schweren Stiefel hallten auf dem Steinboden wider. „Wieder ein Schiff verloren, Motley! Sie sagen Piraten … aber ich spüre eine dunklere Strömung.“ Motley verbeugte sich tief, die Glöckchen klingelten. „Vielleicht, Eure Majestät, ist es nur die Umarmung des Meeres. Die Wellen nehmen, was sie wollen, und geben Geschichten zurück.“ Arlan blieb stehen, sein Blick auf das gemalte Meer gerichtet, seine Hand um den Schwertgriff gekrallt.

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„Geschichten sind für Narren, Motley. Ich brauche Antworten, keine Gerüchte!“, brüllte Arlan, seine Stimme brach. Motley näherte sich ihm und senkte seine Stimme. „In den alten Texten heißt es, ein goldener Hahn sieht, was sterbliche Augen nicht sehen können. Aber nur die Reinen Herzens hören seine Warnung. Vielleicht macht dich deine Angst taub, Sire.“

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Plötzlich hallte ein durchdringender Schrei durch den Leuchtturm. „Der Hahn!“, rief Arlan und stolperte auf die Turmtreppe zu. Motley folgte ihm, seine Glocken waren jetzt still. Sie stiegen die Wendeltreppe hinauf, der Schrei wurde lauter, panischer. Oben fanden sie den goldenen Vogel, seine Flügel ausgebreitet, seine Augen leuchteten mit einem unnatürlichen Licht.

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„Was sieht es? Sag es mir!“, rief Arlan dem Hahn zu. Der Vogel richtete seinen goldenen Blick auf das gemalte Meer und sprach dann mit einer Stimme, die sowohl metallisch als auch uralt war. „Ein Schatten segelt aus dem Westen. Er verspricht Macht, er stiehlt, was dein ist.“ Arlan umklammerte sein Schwert fester, seine Angst verwandelte sich in Wut. „Macht? Ich werde diesem Schatten mit Stahl begegnen!“

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Motley stepped forward.

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„Dann werde ich es zerstören!“, brüllte Arlan. Doch das Hähnchen neigte nur den Kopf. „Der Schatten kann nicht mit Gewalt zerstört werden. Er kann nur überlistet werden. Biete ihm etwas an, das er noch mehr begehrt als deinen Thron, etwas, das du wirklich liebst, und er wird an dir vorübergehen.“ Motley blickte zu Arlan auf, sein Blick scharf. „Sire, seien Sie nicht unüberlegt. Denken Sie nach!“

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Arlan höhnte: „Liebe? Was liebe ich mehr als mein Königreich? Nichts!“ Er wandte sich dem Hahn zu, mit einem listigen Glitzern in den Augen. „Sag dem Schatten, ich biete mein bestes Schiff, beladen mit Gold, um an meinem Königreich vorbeizuziehen.“ Der Hahn blieb stumm. Motley keuchte: „Der Schatten wird Ihre Lüge durchschauen, Sire! Wie Leonardo da Vinci sagte: ‚Nichts stärkt die Autorität so sehr wie Schweigen.‘ Sie können das Schicksal nicht täuschen!“

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Als die Dämmerung anbrach, tauchte ein dunkles Schiff am Horizont auf. Arlan beobachtete es vom Turm aus, sein Herz pochte. Das Schiff segelte am Königreich vorbei, unberührt. Er hatte seinen Thron gerettet! Doch als die Sonne vollständig aufging, sah er etwas anderes: Motley, der ein kleines Boot ruderte, auf das dunkle Schiff zu. Er hatte sich selbst, die Wahrheit des Königreichs, im Austausch für dessen Sicherheit angeboten. Der Hahn krähte, ein klagender Laut des Verlusts.

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Arlan stieg den Turm hinab, sein Sieg hohl. Das Königreich war sicher, aber sein Herz war verschwunden. Der goldene Hahn stand stumm da, sein Zweck erfüllt. Der König hatte seinen Thron gerettet, doch dabei verlor er alles, was wirklich zählte. Er lernte, dass ungezügelte Angst mehr stiehlt, als jeder Schatten es je könnte.