The Iron John

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In einer Uhrwerkstadt, die von Lachen und Gesang angetrieben wurde, wo Zahnräder die Stunden läuteten und Automaten auf den Plätzen tanzten, lebte ein junger Prinz namens Leif. Er war für einen Thron bestimmt, von Pflichten belastet und von einer Angst geplagt, die er nicht benennen konnte. Gerüchte erzählten von einem wilden Mann, der im tiefsten Teil des vergessenen Waldes der Königlichen Gärten wohnte – einem Wesen von immenser Kraft und uralter Trauer. Dieser Iron John, sagten einige, hielt den Schlüssel zu Leifs Schicksal oder seinem Untergang.

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Das Leben in der Uhrwerkstadt war streng reglementiert. Leif besuchte Unterricht in Staatskunst und Schwertkampf, doch sein Herz sehnte sich nach der ungezähmten Wildnis jenseits der Stadtmauern. Eines Nachmittags, während eines Spaziergangs im Garten, sah er, wie der goldene Ball der Königin, ihr ganzer Stolz, hüpfte und in den verbotenen Wald rollte. „Hol ihn, Leif“, befahl sie, ihre Stimme so scharf wie die Zahnräder der Stadt. Er zögerte, Angst kämpfte mit Pflicht, und betrat den dunklen Wald.

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Tiefer im Wald fand Leif den goldenen Ball, der in der Nähe eines trüben Teiches lag. Als er danach griff, schoss eine massive, haarige Hand hervor und packte ihn. „Wer wagt es, in mein Reich einzudringen?“, brüllte eine Stimme, die die Bäume erzittern ließ. Leif blickte auf und sah eine riesige Gestalt, von Kopf bis Fuß mit verfilztem, eisenfarbenem Haar bedeckt, mit Augen, die wie Glut leuchteten. Ein massiver Eisenkäfig stand in der Nähe, der Eingang leicht angelehnt.

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„Ich bin Prinz Leif“, stammelte er. „Ich kam nur für den Ball der Königin.“ Die feurigen Augen des Eisernen Hans wurden etwas weicher. „Ein Prinz, was? Vielleicht kannst du mir von Nutzen sein. Dieser Käfig… er muss bewacht werden. Ein großer Schatz liegt darin.“ Er deutete auf einen Brunnen im Käfig. „Schwöre, dass du nichts entkommen lässt, und ich werde dein Leben verschonen.“

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Tage wurden zu Wochen. Leif brachte dem Eisenhans Essen und Wasser. Eines Tages, von Neugier überwältigt, spähte Leif in den Brunnen. Er sah etwas weit unten schimmern, einen goldenen Gegenstand, der das schwache Licht reflektierte. Er tauchte die goldene Kugel der Königin in den Brunnen, um ihn zu holen, aber als er ihn hochhob, verwandelte sich die Kugel in reines Gold und rollte dann aus seinem Griff zurück in die Tiefen.

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Am nächsten Morgen entdeckte der Eisenhans, was Leif getan hatte. Er packte Leif an den Schultern. „Du hast deinen Eid gebrochen!“, brüllte er. „Du wirst diesen Wald verlassen und niemals zurückkehren!“ Er schleifte Leif zum Waldrand, doch bevor er ihn hinauswarf, flüsterte er ein Geheimnis: „Wann immer du Hilfe brauchst, rufe meinen Namen. Aber sei gewarnt, Gold ist ein verderblicher Einfluss.“

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Zurück in der Uhrwerkstadt wurde Leif als Lügner und Dieb gebrandmarkt. Er wurde seines Titels enthoben und gezwungen, als Stallbursche zu arbeiten. Eines Tages erklärte ein benachbartes Königreich den Krieg. Leif, der sich an die Worte des Eisernen Hans erinnerte, flüsterte, als einfacher Knappe verkleidet: „Eiserner Hans, ich brauche deine Hilfe.“ Sofort erschien ein goldener Rüstung vor ihm, schimmernd im schwachen Licht der Ställe.

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Leif trug die goldene Rüstung und kämpfte tapfer, wobei er im Alleingang das Blatt der Schlacht wendete. Doch mit jedem Sieg spürte er ein wachsendes Gefühl von Stolz und Arroganz. Er häufte Gold und Juwelen an und vergaß die Warnung des Eisernen Hans. „Wie Mark Twain sagte: ‚Es ist leichter, draußen zu bleiben, als herauszukommen‘, aber ich stecke schon zu tief drin“, murmelte Leif und nahm mehr Gold von gefallenen Soldaten.

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Zurück in der Uhrwerkstadt plante Leif, seinen rechtmäßigen Platz einzunehmen, doch der Eiserne John erschien vor ihm. Die goldene Rüstung zerfiel zu Staub und enthüllte Leif in Lumpen. „Du hast versagt“, sagte der Eiserne John traurig. „Das Gold hat dich verdorben. Wahre Stärke kommt nicht von Macht, sondern von Demut und dem Dienst an anderen.“ Leifs Gesicht errötete vor Scham.

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Leif verzichtete auf seinen Thronanspruch und kehrte in den Wald zurück, um die Weisheit des Eisernen Hans zu verstehen. Er lernte, in Harmonie mit der Natur zu leben und den Rhythmus der Zahnräder zu verstehen. Er diente der Stadt nicht als König, sondern als Beschützer ihres wilden Herzens, und der Wald und der Eiserne Hans bedrohten die Stadt nie wieder. Das Gold, nach dem er sich sehnte, hätte ihn beinahe alles gekostet; die Demut, die er entdeckte, gab ihm alles zurück.