The Laidly Worm of Spindleston Heugh

Im Baumhausdorf Spindleston Heugh, das durch Regenbogenbrücken verbunden war, lebten die gütige Prinzessin Margaret und ihre eifersüchtige Stiefmutter, Königin Isolde. Die Königin, verzehrt von Neid auf Margarets Schönheit und Güte, schmiedete einen dunklen Fluch. Ein Fluch, um die Prinzessin in einen monströsen Laidly Worm zu verwandeln. Nur der Kuss eines wahren Helden konnte den Zauber brechen und Margaret in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandeln. Doch würde ein solcher Held jemals inmitten der tückischen Magie auftauchen?

„Warum verehrt das Königreich sie?“, zischte Königin Isolde und blickte in ihren verzierten Spiegel. Der Spiegel, gerahmt in verdrehtem Silber, schien von dunkler Energie durchzogen zu sein. „Sie ist geliebt, freundlich, eine wahre Prinzessin… und du, meine Liebe, welkst dahin!“ Eine knorrige, grüne Hand griff aus dem Spiegel und bot einen Trank an. „Trink dies, meine Königin, und Margarets Schönheit wird dein sein.“

Isolde zögerte, dann schnappte sie sich den Trank. „Wenn ich ihre Liebe nicht haben kann, dann auch sie nicht!“ In dieser Nacht, während Margaret schlief, schlich sich Isolde in ihr Gemach und goss den Trank in den Mund ihrer schlafenden Tochter. Ein Blitz grünen Lichts umhüllte Margaret, dann Stille. Isolde huschte davon, ein böses Lächeln verzerrte ihre Lippen. „Bald werden sie das wahre Monster sehen“, flüsterte sie sich zu.

Am nächsten Morgen besetzte eine monströse Schlange, ein Laidly Worm, Margarets Bett. Ihre Schuppen schimmerten im Morgenlicht krankhaft grün, ihre Augen leuchteten von bösartiger Intelligenz. Sie glitt aus dem Baumhaus und hinunter zu den Regenbogenbrücken. Eine Welle der Angst durchzog Spindleston Heugh. Das Geschöpf forderte Nahrung, Schätze und, das Schlimmste von allem, das Leben der Dorfeskinder.

Sir Rowan, ein tapferer Ritter, aber belastet von einem Fehler der Vergangenheit, erfuhr vom Fluch des Laidly Worm. „Die Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt“, murmelte er zu seiner Knappen Elara. „Und ich bin lange genug vor meinen Pflichten davongelaufen. Dieser Wurm verlangt einen Helden. Heute werde ich versuchen, einer zu werden.“

Rowan stand dem Laidly Worm gegenüber. Er bot ihm Gold, Juwelen, feine Seiden – alles, um ihn zu besänftigen. Doch der Wurm zischte nur, seine Augen auf die Kinder gerichtet, die sich in den höchsten Baumhäusern drängten. „Nur das Opfer der Unschuldigen wird meinen Hunger stillen!“ Rowan wusste, dass er nicht nachgeben konnte. Er hob sein Schwert, sein Herz schwer. Dies war nicht der heldenhafte Kampf, den er sich vorgestellt hatte, sondern ein verzweifelter Kampf ums Überleben.

Der Kampf war aussichtslos. Rowans Schwert glitt an den Schuppen des Wurms ab. Er stolperte zurück, besiegt. Elara, die aus der Ferne zusah, erinnerte sich an eine alte Ballade: „Nur ein Kuss reinster Liebe kann den Fluch brechen.“ Sie sah ein weggeworfenes Spiegelscherbenstück in der Sonne glänzen. Eine Idee entzündete sich. „Rowan, der Spiegel!“, rief sie. „Spiegle das eigene Bild des Wurms zurück!“

Der Laidly Worm, der sein Spiegelbild sah, schreckte entsetzt zurück. Der Spiegel zeigte nicht Stärke, sondern die Eifersucht der Königin, die eigene gefangene Trauer des Wurms. Rowan, der den Moment nutzte, stürmte vorwärts und küsste den Wurm auf seine Schnauze. Ein blendender Blitz weißen Lichts brach aus. Als das Licht verblasste, stand Prinzessin Margaret vor ihm, ihre Augen waren voller Tränen.

Königin Isolde, die von ihrem Baumhaus aus zusah, schrie auf, als der Fluch zerbrach. Der Spiegel in ihrem Gemach zersplitterte und spiegelte ihre eigenen verdrehten Züge wider. Das grüne Licht, das ihre Bosheit aufrechterhalten hatte, flackerte und erlosch. Sie verdorrte, allein und machtlos, von ihrem Neid verzehrt.

Margaret, vom Fluch befreit, regierte Spindleston Heugh mit Freundlichkeit und Weisheit, stets eingedenk der Gefahren des Neides und der Macht der Liebe. Sir Rowan, für immer verändert durch seine mutige Tat, stand an ihrer Seite, ein wahrer Held. Die Regenbogenbrücken glänzten heller denn je, ein Zeugnis ihrer unvergänglichen Verbundenheit. Und die Königin? Von ihr wurde nie wieder gesprochen; ihre Geschichte wurde zu einer Lehre, dass Neid den Neidischen verzehrt.