The Lambton Worm

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In einem Schneekugel-Königreich, eingebettet zwischen Raureifbäumen und winzigen, glitzernden Schlössern, lebte der junge John Lambton, ein rastloser Erbe, der mehr für seine Rücksichtslosigkeit als für seine Verantwortung bekannt war. Der alte Lord Lambton, gezeichnet von Jahren und Sorgen, wiederholte oft: „Ein unerforschtes Leben ist nicht lebenswert“, ein Zitat von Sokrates, in der Hoffnung, sein Sohn würde einen höheren Sinn suchen als das Jagen flüchtiger Vergnügen. Doch ein dunkles Geheimnis regte sich unter der schimmernden Oberfläche ihrer perfekten Welt: ein schlangenartiger Schrecken, der sich im nahe gelegenen Fluss Wear ringelte und darauf wartete, seinen Zorn zu entfesseln.

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An einem müßigen Sonntag, anstatt die Messe zu besuchen, warf John eine Angelschnur in den Fluss, nicht um Fische zu fangen, sondern um einen Nervenkitzel zu erleben. Er spürte einen gewaltigen Ruck und rang mit der Schnur, zog schließlich aus der Tiefe ein Geschöpf, das er noch nie gesehen hatte. „Was um Himmels willen ist das?“, keuchte er und starrte auf den zappelnden, aalartigen Wurm, dessen Schuppen wie polierter Obsidian schimmerten und dessen Augen mit kaltem Feuer brannten.

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Voller Abscheu und Angst warf John das Geschöpf in einen alten Brunnen nahe seinem Anwesen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, murmelte er und wandte sich ab. Doch mit den Jahren wuchs der Wurm, ernährte sich von ahnungslosem Vieh und vergiftete das Land. John verließ derweil sein Zuhause, seine Familie, auf der Suche nach Abenteuern, auf der Suche nach Flucht vor der beunruhigenden Erinnerung. Er tauschte sein Samtdoublett gegen eine Stahlrüstung und suchte Schlachten weit jenseits des Schneekugel-Königreichs. Die kleine Welt schien ihn zu vergessen.

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Sieben Jahre später kehrte ein Ritter zurück. „Der Wurm ist monströs geworden, John!“, rief Lord Lambton, seine Stimme brach. „Er umkreist jetzt Lambton Hill und verschlingt alles auf seinem Weg.“ John, jetzt ein abgehärteter Krieger, aber immer noch der Junge, der geflohen war, runzelte die Stirn. „Ich werde ihn bekämpfen“, erklärte er, obwohl Angst, nicht Mut, seine Worte befeuerte.

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Vor der Schlacht bot eine Hexe John Führung an, aber zu einem schrecklichen Preis: „Besiege den Wurm, aber schwöre, das erste Lebewesen zu opfern, das du bei deiner Rückkehr triffst. Nur dann wird der Fluch aufgehoben“, krächzte sie. John zögerte, das Gewicht der Entscheidung lastete schwer auf seinen Schultern. Er dachte an seinen treuen Hund, Argos. Verzweifelt stimmte er zu. „Wie Machiavelli sagte, der Zweck heiligt die Mittel“, rechtfertigte er sich selbst.

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John legte seine Rüstung an, sein Herz schwer. Er schnallte sich einen mit Speerspitzen besetzten Anzug auf die Brust, gemäß den Anweisungen der Hexe. Als der Wurm herabstieg, stellte sich John ihm unerschrocken entgegen. „Komm und triff dein Ende, Bestie!“, rief er und zog sein Schwert.

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Die Schlacht war erbittert, der Boden bebte bei jedem Schlag. Schließlich durchbohrte John mit einem mächtigen Stoß das Herz des Wurms mit seiner speerbesetzten Rüstung. Das Geschöpf zappelte, fiel dann um, sein Körper zersplitterte in Stücke, die den River Wear hinuntertrieben. Erschöpft, aber siegreich, kehrte John nach Lambton Hall zurück und vergaß sein Versprechen.

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Als John sich den Burgtoren näherte, eilte sein Vater heraus, überglücklich über den Triumph seines Sohnes. „Mein Junge, du hast uns gerettet!“, rief der alte Lord und umarmte John. Doch in diesem Augenblick erinnerte sich John an den Fluch der Hexe. Er konnte seinen Vater nicht opfern. Er befahl seinem Jäger, seinen Jagdhund freizulassen, damit Argos das erste Lebewesen wäre, das ihn traf. Doch der Jäger, der Johns Herz kannte, weigerte sich.

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Trotzig ließ der Jäger stattdessen Argos los, um ihn zu treffen. John hatte es nicht geschafft, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Weil Johns Versprechen gebrochen war, senkte sich der Fluch herab. Neun Generationen lang würden die Erben von Lambton nicht friedlich in ihren Betten sterben. Stattdessen würden sie, oft jung, durch tragische, gewaltsame Enden dahingerafft werden. „Das ist der Preis der Täuschung“, flüsterte die Hexe, ihr Lachen hallte durch das Schneekugelreich.

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Und so blieb das Schneekugelreich bestehen, dessen schimmernde Oberfläche eine Geschichte von guten Absichten, gebrochenen Versprechen und einem Fluch verbarg, der durch Generationen hallte. Es bewies, dass Täuschung, wie klein sie auch sein mag, die heldenhaftesten Siege zunichtemachen kann. Wie eine zerbrochene Schneekugel ist nichts so, wie es scheint, besonders Versprechen, die aus egoistischem Gewinn gesprochen werden.