The Old Beggar Woman

The Old Beggar Woman — cover The Old Beggar Woman — page 1

In dem bonbonfarbenen Nebel, an Bord der schimmernden Raumstation „Aureus“, lebten Elara, eine Bäckerin mit Sternenstaub in den Augen, und Kaelen, ein Prinz, der von einem verzauberten Spiegel belastet war. Eine Prophezeiung besagte, dass nur eine alte Bettlerin den Fluch des Spiegels brechen könne, einen Fluch, der die wachsende Kälte des Prinzen widerspiegelte. Doch die Bettlerin war nirgends zu finden, verloren zwischen den glitzernden Türmen und schattigen Docks der Station. Die Zeit drängte.

The Old Beggar Woman — page 2

Elara's Bäckerei, „Kosmische Krusten“, war in ganz Aureus für ihre ätherischen Köstlichkeiten bekannt. Eines Tages betrat eine mysteriöse, verhüllte Gestalt den Laden, ihr Gesicht im Schatten verborgen. „Ich brauche etwas, das meine Stimmung hebt“, krächzte die Gestalt, ihre Stimme wie zerbröselnder Sternenstaub. Elara, stets die Empathin, spürte eine Welle der Trauer, die von dem Fremden ausging.

The Old Beggar Woman — page 3

„Vielleicht ein Nebel-Törtchen?“, bot Elara sanft an und präsentierte ein schimmerndes Dessert. Die verhüllte Gestalt zögerte, streckte dann eine knorrige Hand aus. Während die Gestalt aß, flackerte ein schwaches, goldenes Licht unter dem Umhang. „Erzählt mir“, fragte Elara mit sanfter Stimme, „was so schwer auf eurem Herzen lastet?“

The Old Beggar Woman — page 4

Währenddessen stand Prinz Kaelen vor dem verzauberten Spiegel, dessen Oberfläche von dunkler Energie wirbelte. Der Spiegel flüsterte ihm Versprechen von Macht zu und zeigte ihm Visionen eines unter seiner eisernen Faust vereinten Königreichs. Eine Stimme hallte in seinem Kopf wider: „Umarme dein Schicksal, Kaelen. Herrsche mit Stärke, nicht mit Gefühl.“

The Old Beggar Woman — page 5

Elara erfuhr, dass die verschleierte Gestalt tatsächlich die Alte Bettlerin der Prophezeiung war, verflucht, in Verkleidung umherzuwandern, bis ihr jemand wahre Freundlichkeit zeigte. „Aber wie kann ich Prinz Kaelen helfen?“, fragte Elara. Die Bettlerin antwortete, ihre Stimme nun klarer: „Er muss lernen, über die Lügen des Spiegels hinauszusehen. Zeig ihm die Wahrheit, Elara.“

The Old Beggar Woman — page 6

Angetrieben von den Worten der Bettlerin suchte Elara Prinz Kaelen auf. Sie fand ihn in der Spiegelkammer, seine Hand ausgestreckt, kurz davor, das Glas zu berühren. „Kaelen, tu es nicht!“, rief sie und eilte vorwärts. „Dieser Spiegel zeigt dir nur, was du begehrst, nicht, was du brauchst.“

The Old Beggar Woman — page 7

„Du verstehst es nicht, Elara“, erwiderte Kaelen, seine Stimme von Kälte durchzogen. „Dieser Spiegel bietet mir die Stärke zu herrschen, die Macht zu schützen.“ Elara blieb standhaft. „Aber zu welchem Preis? Beschützt du sie oder kontrollierst du sie? Wie Mark Twain sagte: ‚Es ist leichter, Menschen zu täuschen, als sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht wurden.‘ Der Spiegel hat dich getäuscht.“

The Old Beggar Woman — page 8

Kaelen, wutentbrannt, drehte sich zurück zum Spiegel und ignorierte Elaras Bitte. Als seine Finger das Glas berührten, brach eine Welle dunkler Energie hervor, die Elara zurückschleuderte. Die Bettlerin erschien, nicht länger verhüllt, ihre wahre Gestalt strahlte himmlisches Licht aus. „Die Wahl liegt bei dir, Kaelen“, sagte sie, ihre Stimme hallte wider von Macht.

The Old Beggar Woman — page 9

Mit neu gewonnener Klarheit trat Kaelen vom Spiegel zurück und entsagte seiner Macht. Der Spiegel zersplitterte, seine dunkle Energie löste sich auf, und die Bettlerin lächelte. „Güte und Wahrheit sind größer als jede Magie“, sagte sie, bevor sie zu Sternenstaub zerfiel. Kaelen sah Elara an, Reue erfüllte seine Augen.

The Old Beggar Woman — page 10

Aureus blühte unter Kaelens gerechter Herrschaft auf, einer Herrschaft, die von Empathie und Wahrheit geleitet wurde, nicht von den falschen Versprechungen eines Spiegels. Elara backte weiterhin, ihre „Cosmic Crusts“ waren nun ein Symbol der Hoffnung auf der ganzen Station. Und so lernte der Prinz, dass wahre Stärke nicht in Macht, sondern in Freundlichkeit liegt. Der kalte Spiegel ließ ihn mit nichts zurück.