The Six Swans

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Hoch oben auf den Obsidian-Gipfeln stand das Emotions-Observatorium, ein Ort, an dem Sternbilder das menschliche Herz widerspiegelten. Innerhalb seiner Kristallmauern lebte König Theron, verflucht mit einer eifersüchtigen Königin, und seine sechs Söhne, Prinzen, die für Kummer bestimmt waren. Nur ihre Schwester, die gutherzige Elara, konnte den Zauber brechen, aber nur, wenn sie schwieg, während sie Schwäne aus Sternenlicht strickte.

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Theron, ein Gelehrter, der sich unter Sternenkarten wohler fühlte als in höfischen Intrigen, liebte seine Söhne sehr. Doch Königin Isolde hegte einen dunklen Neid auf die Prinzen, deren Lachen an ihrem Ehrgeiz nagte. Eines Abends, während Theron ein neu entdecktes Sternbild des Kummers kartierte, winkte Isolde die Prinzen in den Wald und versprach ihnen ein großes Abenteuer.

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„Eine Mutprobe“, zischte sie, ihre Stimme wie das Rascheln trockener Blätter, „um die legendäre Goldblume tief im Flüsterwald zu finden.“ Sie wussten nicht, dass die Suche eine Lüge war, eine Falle, gesponnen aus Bosheit. Sobald sie das Herz des Waldes betraten, riss sie ein goldenes Amulett von ihrem Hals und sprach einen Fluch, der die Jungen in weiße Schwäne verwandelte.

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Elara, die das Grauen aus der Ferne miterlebte, floh zurück zum Observatorium. „Was hast du getan?“, rief sie, Tränen strömten über ihr Gesicht. „Sie werden in menschliche Form zurückkehren, wenn eine verliebte Frau ihnen Hemden aus Sternenblumen strickt!“ Isolde höhnte. „Aber sie muss es sechs Jahre lang schweigend tun! Ein kleiner Preis für Schönheit, Macht und Kontrolle, meinst du nicht auch?“

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Elara begann ihre Aufgabe und sammelte Sternenblumen, seltene Blüten, die nur auf den höchsten Berggipfeln wuchsen. Jede Blume schimmerte mit himmlischem Licht, ihre Blütenblätter flüsterten vergessene Geschichten. Sie spann die Blütenblätter zu Garn, jeder Faden mit Liebe und Kummer gewebt. Doch die Versuchung lauerte. Ein Prinz bot ihr eine lebenslange Versorgung mit Gold für nur wenige gesprochene Worte an.

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Sie erinnerte sich an Mark Twains Worte: „Es ist leichter, draußen zu bleiben, als herauszukommen.“ Sie widerstand seiner Versuchung, ein Schweißtropfen lief ihr übers Gesicht, und schüttelte den Kopf, um weiterzuarbeiten. Die Aufgabe war quälend, ihre Finger wund, ihr Herz schwer. Die Dorfbewohner tuschelten über das seltsame Mädchen, das nie sprach, eine Einsiedlerin, die von Trauer geplagt wurde.

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Ein stattlicher König, angezogen von Gerüchten über ihre ungewöhnliche Schönheit, traf an ihrer abgelegenen Hütte ein. Er bot ihr Liebe, Schutz und ein Königreich zum Regieren an. Elara verspürte einen Stich der Sehnsucht, erinnerte sich aber an ihre Brüder. „Ich schwöre, wenn du auch nur ein Wort sprichst, werden sie dem Untergang geweiht sein“, hallte eine Stimme in ihrem Kopf wider. Sie wandte sich ab und umklammerte ihre unfertigen Schwanenhemden.

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Jahre vergingen. Elara strickte weiter, ihr Schweigen ein Schild gegen die Verzweiflung. Sie heiratete den König, aber Isolde, als alte Vettel verkleidet, vergiftete den Geist des Königs mit Lügen. Sie behauptete, Elara sei eine Hexe, die dunkle Zauber in ihre seltsamen Gewänder wirke. Eines Tages, als sie vor dem Scheiterhaufen floh, brach eine Stimme hervor: „Brüder, wartet!“

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Während das Feuer wütete, schwebten sechs weiße Schwäne vom Himmel herab und landeten zu ihren Füßen. Sie warf ihnen die Sternblumenhemden über. Die Schwäne verwandelten sich zurück in ihre Brüder, aber das letzte Hemd war unvollständig und ließ einen Bruder mit einem Schwanenflügel zurück. Die Flammen erloschen und Elara umarmte sie.

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Die Wahrheit entfaltete sich wie ein sternenbesetztes Banner. Königin Isoldes dunkle Taten wurden enthüllt, und ihre Macht zerfiel zu Staub. Der Fluch war gebrochen, und die Liebe hatte über den Neid gesiegt. Theron kehrte zu seinen Söhnen zurück und weinte: „Wie Einstein sagte, ist nur ein Leben, das für andere gelebt wird, ein lohnenswertes Leben.“ Und obwohl ein Bruder eine Erinnerung an ihre Tortur trug, würde ihr Band, geschmiedet in Stille und Opfer, niemals zerbrechen. Denn selbst diese Erinnerung sprach von Liebe und Widerstandsfähigkeit.