The Stone Flower

The Stone Flower — cover The Stone Flower — page 1

In einem Garten, eingebettet unter den Wurzeln des Holunderbaums, lebten die Blütenleute: winzige Menschen mit Blütenblatthaut und Herzen aus Pollen. Die alte Griselda, die Dorfälteste, hütete ein Geheimnis, ein Flüstern von Magie, das in die Erde eingewoben war. Der junge Leif, ruhelos und sich nach mehr als den Grenzen des Gartens sehnend, träumte von der legendären Steinblume. Er wusste, dass diese Blume, das Herz ihrer Welt, am Verblassen war. Seine Geschichte ist die Suche nach ihrer Wiederherstellung.

The Stone Flower — page 2

Leif pflegte die Leuchtblüten, sein Herz war schwer. „Warum hält Griselda an den alten Wegen fest?“, fragte er Briar, seinen Freund. „Die Steinblume könnte uns retten!“ Briar, praktisch wie immer, erwiderte: „Der Wald dahinter ist gefährlich. Die Distelflügel wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.“ Leif seufzte: „Wenn wir kein Heilmittel finden, werden wir alle mit dem ersten Frost dieser Saison zu Staub zerfallen.“

The Stone Flower — page 3

Griselda näherte sich, ihre Stimme rau wie trockene Blätter. „Neugier tötete die Katze, Leif, so wurde es mir von meinem älteren Bruder gesagt, der oft Ben Jonson zitierte. Manches Wissen lässt man am besten begraben.“ Leif erwiderte: „Aber was ist mit der Blume, Griselda?“ Sie hielt ein verwelktes Blatt hoch. „Das ist alles, was von ihrer Blüte übrig ist. Die Antwort liegt nicht in der Wildnis, sondern im Verständnis dessen, was du bereits hast. Pflege deinen Garten, Kleiner.“

The Stone Flower — page 4

In dieser Nacht träumte Leif von einem sich windenden Pfad, der in den dunklen Wald führte, einem einzelnen Lichtstrahl, der ein schimmerndes, steinartiges Blütenblatt beleuchtete. Er vertraute sich Briar an: „Ich muss gehen, Briar. Ich muss es versuchen.“ Sie drückte seine Hand. „Dann komme ich mit dir. Wenn der Wald das Unbekannte ist, werden wir es gemeinsam bewältigen.“

The Stone Flower — page 5

Tief im Wald zischte eine Stimme: „Suchst du etwas, kleine Sprösslinge?“ Ein Distelflügel, mit scharfen Zügen, violetter Haut und dornigen Flügeln, trat aus den Schatten. „Die Steinblume?“, kicherte er, „Ich weiß, wo sie liegt. Aber Wissen hat seinen Preis.“ Leif trat vor: „Welchen Preis?“ Die Augen des Distelflügels glänzten. „Ein Geheimnis für ein Geheimnis. Erzähl mir, was der Älteste verbirgt.“

The Stone Flower — page 6

Briar packte Leifs Arm. „Erzähl ihm nichts, Leif! Er ist ein Betrüger!“ Aber die Verlockung der Steinblume war zu stark. Leif verriet mit zitternder Stimme: „Griselda bewacht den letzten Samen der Blume, weggeschlossen, weil er aus Gier erblühte.“ Der Distelflügel kicherte. „Ausgezeichnet! Jetzt folgt mir.“

The Stone Flower — page 7

Der Distelflügel führte sie zu einer Kristallhöhle, wo ein einzelnes, steinartiges Blütenblatt schwach pulsierte. „Hier ist es!“, rief er und gestikulierte dramatisch. „Aber zuerst muss der Samen freigesetzt werden. Seine Magie ist das, was wir brauchen. Der Samen ist der Schlüssel zur Wiederherstellung der Blüte in unseren Händen!“ Er griff nach dem Samen. „Das wird meins sein! Ich werde seine frühere Blüte wiederherstellen, um die Macht zu übernehmen!“

The Stone Flower — page 8

Briar schob den Distelflügel beiseite und ergriff das Blütenblatt, aber Leif wusste, was zu tun war. „Es blüht aus Gier!“, rief Leif und erinnerte sich an Griseldas Worte. Er zog eine Handvoll Leuchtblüten-Samen aus seinem Beutel und streute sie auf das steinerne Blütenblatt. Sofort brach ein blendendes Licht aus, gefolgt von einer Welle aus Pollen.

The Stone Flower — page 9

Als das Licht nachließ, war die Steinblume verschwunden. An ihrer Stelle blühte ein Feld leuchtender Glühblüten, deren Licht stärker war als je zuvor. Der Distelflügel schrumpfte zu Staub. „Es ging nicht um die Steinblume“, erkannte Briar und lächelte Leif an. „Es ging darum, den Wert dessen zu verstehen, was wir bereits haben, unsere natürliche Fähigkeit und Liebe zur Welt.“

The Stone Flower — page 10

Zurück im Garten leuchteten die Blüten der Glühblume heller denn je. Griselda lächelte wissend. Leif verstand. Die Magie der Steinblume war nicht verloren, sie hatte sich verwandelt und erinnerte sie daran, dass wahre Blüte nicht durch das Streben nach Macht entsteht, sondern durch die Pflege dessen, was bereits in ihnen existiert. „Das Hindernis für die Handlung fördert die Handlung“, murmelte Leif. „Wie meine ältere Freundin, Suzanne Cory, die australische Molekularbiologin, oft sagt.“