The Three Feathers

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Im frostumhüllten Königreich Eldfrost regierte der alte König Valdemar, dessen Söhne, der tapfere Thorin, der gerissene Loki und der sanftmütige Kai, jeder nach der Krone begehrten. Doch der König, der seinem Lebensabend nahte, hatte ein Rätsel, um den Streit zu schlichten: „Wer mir den wundersamsten Schatz bringt, soll Eldfrost erben.“ Als drei Federn aus seiner Hand flatterten, führte das Schicksal die Prinzen auf unterschiedliche Wege, jeder von ihnen stand vor Prüfungen, die ihre wahre Natur enthüllen würden, denn der Thron von Eldfrost war nicht nur ein Preis, sondern ein Spiegel des Herzens.

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Thorin, stets kühn, spottete: „Eine einfache Aufgabe für einen Krieger! Ich werde euch einen Drachenhort bringen!“ Er wandte sich nach Osten, zu den zerklüfteten Gipfeln, wo Legenden von uralten Bestien und vergrabenem Gold flüsterten. Loki, stets listig, grinste. „Lass rohe Gewalt den Weg ebnen, Bruder“, schnurrte er, „ich bevorzuge Finesse.“ Er schlüpfte nach Westen, in die flüsternden Wälder der Intrigen und des Schattens.

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Kai beobachtete, wie die Federn im Wind tanzten. Eine trieb nach Osten, eine nach Westen, und die dritte fiel direkt vor ihn. Verzweiflung ergriff sein Herz, dann erinnerte er sich an einen Satz von Marcus Aurelius, dem römischen Kaiser: „Du hast Macht über deinen Geist – nicht über äußere Ereignisse. Erkenne dies, und du wirst Stärke finden.“ Er hatte Recht. Die Feder hatte seinen Weg gewählt, aber sein Geist würde ihn leiten. Er kniete nieder, hob die Feder auf und folgte ihr, wohin sie ihn führte: hinab, in die Erde.

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Die Feder führte Kai zu einem unscheinbaren Riss im Eis. Er zwängte sich hindurch und fand sich in einem schmalen Gang wieder, der in die Erde hinabführte. Die Luft wurde wärmer, der Geruch feuchter Erde ersetzte den beißenden Frost. „Was liegt darunter?“, fragte er sich, seine Stimme hallte in der Dunkelheit wider, „Vielleicht findet man wahren Wert nicht oben, sondern unten.“

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Noch tiefer öffnete sich der Gang zu einer Höhle, in der eine Quelle aus dem Felsen sprudelte. Eine alte Frau mit Augen so hell wie das Wasser saß daneben, ihr Gesicht von der Weisheit der Zeitalter gezeichnet. „Willkommen, Kai“, krächzte sie, ihre Stimme wie das Rieseln der Quelle. „Ich habe dich erwartet. Ich bewache den Pfad zum Brunnen der Wünsche. Aber nur diejenigen, die reinen Herzens sind, können aus seiner Kraft schöpfen.“

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„Um deinen Wert zu beweisen, blicke in den Spiegel der Wahrheit“, wies die alte Frau an und deutete auf ein Wasserbecken, still wie Glas. „Er wird dir dein wahres Ich zeigen. Erst dann bist du bereit für den Brunnen der Wünsche.“ Kai zögerte, sein Herz pochte in seiner Brust. Was, wenn er etwas sah, das ihm nicht gefiel?

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Kai blickte ins Wasser. Zuerst sah er sein eigenes Gesicht, jung und ernsthaft. Dann flackerte das Bild, ersetzt durch Momente des Zweifels, Momente des Neides, Momente der Angst. Eine Stimme hallte in seinem Kopf wider: „Alle Menschen können irren; und die meisten Menschen sind in vielen Punkten durch Leidenschaft oder Interesse dazu versucht“, erinnerte er sich an das, was der englische Philosoph John Locke einst sagte. Er schloss die Augen und akzeptierte diese Wahrheiten. Als er sie öffnete, war sein Spiegelbild klar, unbelastet.

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Die alte Frau lächelte. „Du hast deine Wahrheit gesehen, Kai. Nun, nähere dich dem Brunnen.“ Der Brunnen der Wünsche schimmerte mit einem inneren Licht. „Bitte um das, was dein Königreich am meisten braucht, nicht um das, was du begehrst.“

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Kai schloss die Augen und sprach von Herzen: „Ich wünsche mir für Eldfrost Frühling, nicht Drachengold oder Wälder voller Intrigen, sondern Wärme für mein Volk, Nahrung für die Hungrigen und Heilung für die Kranken.“ Während er sprach, pulsierte der Brunnen mit Licht. Er wusste, dass seine Brüder nicht hoffen konnten, sich mit ihm zu vergleichen. Er tauchte aus dem Eisspalt auf, die Feder leuchtete nun sanft in seiner Hand.

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Als Thorin mit Narrengold und Loki mit dunklen Geheimnissen zurückkehrten, hatte das Eis zu tauen begonnen. Der Frühling küsste das Land. König Valdemar wusste da, dass Kai, der nicht Ruhm, sondern das Wohlergehen seines Volkes suchte, der wahre Erbe war. Und so erbte Kai Eldfrost, nicht für das, was er gewann, sondern für das, was er gab.