The Three Sillies

In den schimmernden Tiefen des Biolumineszenten Meeres lebten drei Schwestern: Coral, die Träumerin; Pearl, die Besorgte; und Shelly, die Albernste von allen. Ihr Dorf, eingebettet in eine riesige, leuchtende Muschel, war normalerweise ein Ort stillen Fleißes, wo die seltsamen Gaben des Meeres geerntet wurden. Doch ein Schatten zog auf – eine alte Prophezeiung besagte, dass, wenn eine von ihnen töricht handeln würde, die Große Blüte, die ihre Welt erhellte, für immer erlöschen und sie in ewige Dunkelheit stürzen würde. Diese Geschichte handelt von jener Prophezeiung.

Eines Tages huschte eine Botenkrabbe ins Dorf und wedelte mit einer Schriftrolle. „Ein Freier!“, klickte sie. „Für eine der Schwestern!“ Coral schnappte nach Luft, ihre Augen weit vor romantischen Träumen. Pearl rang die Hände. „Ein Freier? Was, wenn er... ungeeignet ist?“ Shelly, vor Aufregung hüpfend, kreischte einfach: „Ooh, erzähl mir alles!“

Die Schriftrolle verkündete die Ankunft von Prinz Neptun, einem bekannten Tiefseeforscher. Er suchte eine Braut, die für ihre Weisheit und Anmut bekannt war. Coral strich ihr Seetangkleid glatt. „Ich muss ihn beeindrucken!“ Pearl sorgte sich. „Was, wenn ich etwas Falsches sage?“ Shelly, immer die Optimistin, kicherte einfach. „Keine Sorge! Ich bin sicher, er ist nur ein großer, hübscher Fisch!“

Prinz Neptun traf in einem U-Boot ein, das wie ein riesiges Seepferdchen geformt war. Er war königlich und charmant. Er stellte jeder Schwester ein Rätsel: „Was kommt immer, kommt aber nie an?“ Koralle, verloren in romantischen Fantasien, stammelte: „Äh… ein Liebesbrief?“ Perle, überwältigt von Angst, platzte heraus: „Verhängnis!“ Shelly erklärte in ihrer unendlichen Albernheit: „Morgen natürlich! Das weiß doch jeder!“

Der Prinz, obwohl überrascht von Shellys Antwort, gab zu, dass sie technisch korrekt war. Er schlug dann einen Test vor: Jede Schwester musste eine einfache Hausarbeit verrichten, um ihre häuslichen Fähigkeiten zu beweisen. Coral, die die Aufgabe hatte, Perlen nach Größe zu sortieren, ließ sich von der Vorstellung ihres Hochzeitskleides ablenken und vermischte sie alle. Pearl, die gebeten wurde, ein Fischernetz zu flicken, machte sich so große Sorgen, es noch weiter zu zerreißen, dass sie erstarrte. Shelly wurde gebeten, Wasser zu holen.

Shelly rannte entzückt zum Brunnen, setzte den Korb auf ihren Kopf und begann ihn zu füllen. Als sie sich umdrehte, um zurückzugehen, sah sie eine Krabbe, die mit einer leuchtenden Münze davonhuschte. Abgelenkt folgte sie ihr, da sie dachte, die Münze wäre eine schöne Ergänzung für ihr Haar. Sie jagte die Krabbe in den Wald.

Stunden vergingen. Corals romantische Fantasien lösten sich in Luft auf, als sie die gemischten Perlen sah. Pearls Panik verflog, als sie erkannte, dass ihre Ängste unbegründet waren. Prinz Neptun näherte sich ihnen und schüttelte den Kopf. „Wo ist eure Schwester?“, fragte er. Sie merkten, dass Shelly schon zu lange weg war. Die Große Blüte flackerte schwach.

Tief im Seetangwald fing Shelly endlich die Krabbe und beanspruchte ihre glänzende Münze. Plötzlich erinnerte sie sich an das Wasser, den Test und die Große Blüte. Wie Albert Einstein bekanntlich sagte: „Die Welt ist ein gefährlicher Ort zum Leben; nicht wegen der Menschen, die böse sind, sondern wegen der Menschen, die nichts dagegen tun“, und sie hatte nichts dagegen getan, sagte sie laut und ließ die Münze fallen. Sie raste zurück und erinnerte sich nun an die Prophezeiung über die Alberne.

Sie rannte zurück, verschüttete überall Wasser und kam gerade an, als die Große Blüte fast völlig erlosch. Verzweifelt goss Shelly das restliche Wasser in ihre Wurzeln. Nichts geschah. Tränen strömten über ihr Gesicht. Dann, langsam, entzündete sich ein einziger Funke in der Blüte, wurde heller und heller, bis das Dorf wieder in ihrem Licht gebadet war.

Prinz Neptun, beeindruckt von Shellys aufrichtiger Reue und schnellem Handeln, erkannte, dass wahre Weisheit nicht in Intellekt oder Kontrolle lag, sondern im Mut, die eigenen Fehler zu korrigieren. Er wählte Shelly zu seiner Braut. Und so war es, dass die albernste Schwester den Tag rettete und bewies, dass manchmal ein wenig Torheit zur größten Weisheit führen kann. Ein wenig Mut kann immer den Tag retten.