The Wishing-Table — Auf Deutsch lesen
Die Titel der Geschichten stehen noch auf Englisch; der Text jeder Geschichte ist auf Deutsch.

In der Bibliothek der verlorenen Geschichten lebten drei Brüder: Hans, der fleißige Gelehrte; Peter, der ehrgeizige Handwerker; und Klaus, der stets hungrige Wanderer. Jeder suchte sein Glück in der Welt, doch die Bibliothek barg ein Geheimnis – einen Tisch, der Wünsche erfüllte. Doch was wünschten sich diese Brüder am meisten?

„Es ist an der Zeit, dass wir diesen staubigen Ort verlassen!“, erklärte Peter und schlug seinen Hammer nieder. Hans blickte erschrocken auf. „Aber unser Leben ist hier, inmitten dieser Geschichten, Peter!“, erwiderte er und rückte seine Brille zurecht. Klaus, stets pragmatisch, mischte sich ein. „Hans hat Recht – wohin sollten wir überhaupt gehen?“

„Überall ist es besser als hier!“, beharrte Peter, seine Augen glänzten vor Ehrgeiz. „Ich werde der beste Handwerker im ganzen Land werden!“ Er warf sich eine kleine Tasche über die Schulter. Hans seufzte. „Erinnere dich, was Da Vinci sagte: ‚Es war mir längst aufgefallen, dass Menschen mit Erfolg selten untätig saßen und die Dinge geschehen ließen. Sie gingen hinaus und ließen die Dinge geschehen‘, vielleicht sollten wir alle unser eigenes Schicksal verfolgen?“ Klaus nickte eifrig. „Solange mein Schicksal Essen beinhaltet!“

Peter reiste weit, seine Fähigkeiten wuchsen mit jeder Stadt, die er passierte. Er fertigte komplizierte Möbel und stabile Häuser, sein Name wurde mit Respekt geflüstert. Eines Tages trat ein reicher Kaufmann an ihn heran. „Handwerker Peter, ich habe einen Vorschlag für dich: Baue mir einen großen Palast, und ich werde dich reichlich mit Gold belohnen!“

Als Peter sich darauf vorbereitete, mit dem Bau des Palastes zu beginnen, traf er einen müden alten Mann am Straßenrand. „Gütiger Handwerker“, krächzte der alte Mann, „ich habe nichts anzubieten außer diesem alten Tisch. Es ist ein Wunschtisch – bitte ihn um Essen, und es wird erscheinen.“ Peter spottete. „Was nützt mir solcher Unsinn, wenn ich bald Gold im Überfluss haben werde!“

Peter lehnte den Tisch ab, begierig auf die Reichtümer des Kaufmanns. Er baute einen prächtigen Palast, doch der Kaufmann, geblendet von seiner eigenen Gier, weigerte sich, die vereinbarte Summe zu zahlen. Peter, nun mittellos, verfluchte seinen Ehrgeiz. Er hatte alles verloren.

Gedemütigt und untröstlich kehrte Peter in die Bibliothek der verlorenen Geschichten zurück. Hans und Klaus empfingen ihn mit offenen Armen. „Wir wussten immer, dass du zurückkommen würdest, Bruder“, sagte Hans sanft. Klaus reichte ihm einen warmen Laib Brot. Peter, beschämt, gestand seine Torheit.

Hans, der Gelehrte, erinnerte sich an die Geschichte des alten Mannes. „Peter, vor vielen Jahren besuchte ein alter Reisender die Bibliothek, er sagte, der Wald sei ein Ort, wo unbekannte Schätze oft verloren, aber noch öfter gefunden werden.“ Peter blickte auf, ein Funke Hoffnung in seinen Augen. Er beschloss, den alten Mann und den Wunschtisch zu finden.

Peter suchte und fand den alten Mann. Der alte Mann gab Peter dann den Tisch. Peter verstand nun den wahren Wert des Tisches. Er wünschte sich genug Essen, um die ganze Stadt zu ernähren, nicht Gold. Der Tisch produzierte sofort ein Festmahl, beendete den Hunger und verschaffte Peter den Respekt, den er sich wünschte.

Peter nutzte seine Fähigkeiten und den Tisch, um für andere zu sorgen, und fand wahres Glück im Dienst, anders als die Leere gierigen Ehrgeizes. Er wurde respektiert und geschätzt. Und so lernte Peter, dass wahrer Reichtum nicht in Gold liegt, sondern im Wohlergehen anderer.