Carnival of Venice

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Der Wind heult über die gefrorene Lagune und wirbelt Eiskristalle auf. Ein Ausbruch von Musik und Lachen ertönt aus einer farbenfrohen Gondel, die durch das eisige Wasser gleitet. „Willkommen zum Karneval von Venedig!“, ruft eine Stimme, deren Worte kaum über den Wind zu hören sind. Es ist kalt genug, um einem die Barthaare einzufrieren, aber der Geist hier brennt so heiß wie eine Schmiede.

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„Die geben sich wirklich Mühe, oder?“, fragte Katja, ihr Atem entwich in kleinen weißen Wolken. Atlas nickte und zitterte leicht. „Arjun sagte, die Masken sind nicht nur zur Zierde. Sie sollen die soziale Klasse jedes Einzelnen verbergen, damit während des Karnevals alle gleich sind.“ Arjun, in einen schweren Pelzmantel gehüllt, grinste. „Genau! Jetzt lasst uns ein paar Frittelle finden, bevor wir zu Eis erstarren.“

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Arjun deutet auf eine schmale Gasse. „Ich habe irgendwo gelesen, Atlas, dass das Wesen der Strategie darin besteht, eine wichtige Sache auszuwählen und sie außergewöhnlich gut zu machen. Das hat, glaube ich, Bruce Lee gesagt.“ Ein handgemaltes Schild, dessen Schrift leicht verblasst ist, zeigt ein köstlich aussehendes Gebäck neben den Worten „Frittelle Calde“. „Das muss unser Laden sein!“, rief Katya und zog an Atlas’ Ärmel. „Ich rieche den Zucker schon!“

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Die kleine Bäckerei quillt über vor Wärme und dem Duft von frittiertem Teig. „Einmal Frittelle, bitte!“, ruft Atlas über das Geplapper hinweg. Ein Bäcker, dessen Gesicht von der Hitze des Ofens gerötet ist, lächelt und nickt und deutet auf einen Stapel goldbrauner Gebäckstücke. „Die werden auf traditionelle Weise nur während des Karnevals hergestellt“, erklärt Arjun, seine Augen zwinkernd. „Die geheime Zutat? Eine Prise Grappa!“

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Mit Frittelle in der Hand schlendern sie zur Rialtobrücke. „Wusstest du, dass diese Brücke früher die einzige Möglichkeit war, den Canal Grande zu überqueren?“, fragt Arjun und zeigt auf die belebte Wasserstraße. Atlas schüttelt den Kopf, fasziniert vom Anblick der Gondeln und Boote, die sich durch das Eis schlängeln. „Sie wurde im sechzehnten Jahrhundert gebaut. Davor gab es nur eine Holzbrücke, und die ist immer wieder eingestürzt!“

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Als sie die Brücke überqueren, verkauft eine Gruppe von Maskenmachern ihre Waren. Auf den Ständen reihen sich aufwendige Bautas, Pestdoktormasken mit langen Schnäbeln und glitzernde Colombinas aneinander. „Die Pestdoktormasken sind besonders ikonisch“, sagt Arjun. „Das waren nicht nur Kostüme. Ärzte trugen sie tatsächlich während der Pest und stopften die Schnäbel mit Kräutern aus, um sich vor dem Geruch und der Krankheit zu schützen!“

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Katya nimmt eine kleine, schlicht aussehende Maske in die Hand. „Diese ist überhaupt nicht ausgefallen“, bemerkt sie. Der Maskenmacher lächelt. „Ah, das ist eine Moretta. Venezianische Frauen trugen sie, festgehalten von einem Knopf, den sie zwischen den Zähnen zusammenbissen. Das hielt sie still… geheimnisvoll!“ Arjun kicherte. „Merk dir das, Atlas“, sagte er zwinkernd. „Manchmal spricht Schweigen lauter als Worte.“

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Plötzlich schwillt die Musik an. Eine kostümierte Prozession erscheint und zieht über den Platz. Eine Frau in einem atemberaubenden, juwelenbesetzten Kleid stolpert, ihre Maske fällt in den eisigen Kanal. „Oh nein!“, ruft sie verzweifelt. Atlas, der sich an die Worte des Maskenmachers erinnert, sprintet vorwärts. „Keine Sorge! Ich kann helfen!“

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Das eiskalte Wasser spritzt Atlas ins Gesicht, als er die Maske aus dem Kanal zieht. Er gibt sie der Frau zurück, die vor Dankbarkeit strahlt. „Grazie! Danke!“, ruft sie aus. „Sie haben meine Maske gerettet! Sie ist seit Generationen in meiner Familie.“ Atlas grinst, seine Wangen sind gerötet von der Kälte und der Aufregung. „Gern geschehen!“

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Während die Parade weitergeht, schließen sich Atlas, Katya und Arjun dem Trubel an. Die Musik pulsiert durch die gefrorene Luft und verbindet alle in einem gemeinsamen Moment der Freude. Im Herzen des Winters explodiert Venedig mit Farbe und Leben. Kommen Sie zum Karneval von Venedig, wo selbst Eis in der Wärme menschlicher Feierlichkeiten schmelzen kann.