Pushkar Camel Fair, India

Hoch über der Wüste, im Inneren des Großen Banyan, schaukelt die Baumschule sanft. „Eine weitere Saison, ein weiteres Abenteuer, Kenji!“, ruft Jia und zeigt aus dem Fenster. Kenji späht über die Fensterbank, seine Augen weiten sich. „Ist das… eine ganze Stadt aus Kamelen, Jia?“

„Das ist es tatsächlich, Kleines“, kichert Jia und rückt ihr farbenfrohes Stirnband zurecht. „Es ist der Pushkar-Kamelmarkt, eine Zeit für Händler, Musik und eine ganze Menge Sand! Wir gehen da runter, oder?“, fragt Kenji mit eifrigen Augen.

Kailani hüpft ungeduldig neben Kenji. „Kamele! Können wir sie reiten, Jia? Bitte?!“, bettelt sie, ihre Stimme voller Aufregung. Jia lächelt. „Geduld, Kailani“, antwortet Jia und deutet auf die gewundene Treppe, die den Baum hinunterführt. „Zuerst wollen wir etwas darüber lernen, warum dieser Jahrmarkt so wichtig ist.“

Während sie hinabsteigen, erklärt Jia: „Seit Jahrhunderten ist Pushkar ein wichtiger Handelsposten. Bauern bringen ihr Vieh aus ganz Rajasthan hierher. Besonders Kamele werden hier gehandelt und gefeiert.“ Sie zieht ein kleines, abgenutztes Buch hervor. „Darin sind traditionelle Kameldekorationen abgebildet. Es heißt ‚Shringar‘.“

Am Fuße des Baumes begrüßt sie Salma, eine Einheimische mit freundlichen Augen. „Namaste, Jia! Willkommen in Pushkar. Das Festival ist in vollem Gange!“ Salma deutet auf einen nahe gelegenen Stand. „Hier kannst du sehen, wie Kunsthandwerker den ‚Shringar‘ herstellen, den Jia erwähnt hat.“

Kenji starrt mit großen Augen auf einen Handwerker, der akribisch einen Kamelsattel fertigt. „Schau dir all die Details an!“, ruft er aus. „Das ist unglaublich!“ Kailani zeigt auf einen anderen Stand. „Die bemalen sogar die Kamele!“

„In der Tat“, sagt Salma lächelnd. „Aber der Handel mit Kamelen ist die Seele des Jahrmarktes. Jedes Kamel erzählt seine eigene Geschichte. Ihr Überleben in der rauen Wüste ist entscheidend für unser Überleben.“ Sie blickt die Kinder an. „Wie Nelson Mandela sagte: ‚Bildung ist die mächtigste Waffe, mit der man die Welt verändern kann.‘ Und die Wüste lehrte uns Einfallsreichtum!

Plötzlich fegt ein Sandsturm über den Jahrmarkt, verstreut Dekorationen und stiftet Chaos! Ein wunderschön geschmücktes Kamel reißt sich los, seine Zügel reißen. „Oh nein!“, ruft Kailani, „Das Kamel wird jemanden verletzen!“

„Erinnere dich an das Shringar-Buch!“, ruft Jia aus. „Kamele reagieren auf Musik. Sie beruhigt sie.“ Jia findet schnell einen Verkäufer mit einer traditionellen Rajasthani-Flöte. Sie beginnt, eine sanfte Melodie zu spielen, ihre Finger tanzen über die Löcher.

Das Kamel, beruhigt durch die Musik, kniet sanft nieder. Salma eilt herbei und beruhigt es. „Du hast den Tag gerettet, Jia!“, ruft sie dankbar aus. „Pushkar verbindet uns – über Grenzen hinweg, über Spezies hinweg, durch Kultur.“ Als der Sturm sich lichtet, strahlen die Farben des Jahrmarkts noch heller.