Was illustrierte, erzählte Geschichten hinzufügen, was Text allein nicht kann

Bilder allein verbessern nicht zuverlässig, wie gut kleine Kinder sich an eine Geschichte erinnern, haben Forscher herausgefunden. Was tatsächlich einen Unterschied macht, ist spezifischer – und weist direkt darauf hin, wie Erzählung und Illustration zusammenwirken.

Es wird weithin angenommen, dass Bilder in einem Kinderbuch einem Kind natürlich helfen, die Geschichte zu verstehen und sich daran zu erinnern. Eine Studie in der Zeitschrift Frontiers in Psychology verkomplizierte diese Annahme: In einer kontrollierten Umgebung verbesserten Illustrationen allein die Erinnerung sehr kleiner Kinder an den Inhalt einer Geschichte nicht zuverlässig. Aufmerksamkeit, ja – die Augen der Kinder gehen direkt zu den Bildern – aber Aufmerksamkeit allein ist kein Verständnis.

Was dieselbe Forschung jedoch fand, ist spezifischer: Illustrationen halfen beim Erinnern in einem interaktiven Kontext – einem, in dem ein Leser und ein Kind Kommentare und Fragen zu dem austauschen, was auf der Seite steht, während die Geschichte fortschreitet. Die gemeinsame Aufmerksamkeit zweier Personen, die dasselbe Bild betrachten und darüber sprechen, machte Bilder zu einer Verständnishilfe, nicht die Bilder selbst.

Die Erzählung sitzt fast genau in dieser Lücke. Ton, Tempo und Betonung eines Erzählers funktionieren wie eine Version dieses interaktiven Vorlesens – sie lenken ein Kind auf das, was auf der Seite wichtig ist, markieren einen Witz oder eine Bedrohung, geben der Illustration einen Grund, jetzt betrachtet zu werden, anstatt nur überflogen zu werden. Text allein verlangt von einem jungen Leser, sowohl das mentale Bild als auch die Bedeutung aus Wörtern selbst zu konstruieren; Erzählung und Illustration teilen sich diese Arbeit, wobei jede das abdeckt, was die andere nicht kann.

Die Theorie: Warum Wörter und Bilder besser zusammenwirken

Die Idee hat in der kognitiven Psychologie einen Namen: die Dual-Coding-Theorie, entwickelt von Forscher Allan Paivio. Sie besagt, dass das Gehirn verbale Informationen (Wörter) und nonverbale Informationen (Bilder) über zwei separate, aber verbundene Systeme verarbeitet und dass Gedächtnis und Verständnis sich verbessern, wenn beide Systeme dasselbe Material gleichzeitig verarbeiten, anstatt nur eines davon. Das ist ein Grund, warum eine gut passende Illustration einem Kind helfen kann, sich an eine Szene zu erinnern, anstatt nur an die beschreibenden Wörter – das Bild und der Satz werden als zwei verbundene Spuren statt als eine gespeichert. Forscher weisen jedoch auf eine wichtige Grenze hin: Der Effekt hängt davon ab, dass die Illustration tatsächlich dem entspricht, was der Text sagt. Wenn ein Bild nicht eng zu den Wörtern passt, haben Studien gezeigt, dass es einen jungen Leser über den Inhalt des Textes irreführen kann, anstatt ihn zu verstärken.

Was passiert, wenn die Erzählung zum Bild hinzukommt

Eine große Übersicht über Hörbuchforschung, veröffentlicht in der Educational Psychology Review im Jahr 2022, untersuchte speziell, was passiert, wenn erzähltes Audio mit demselben Text kombiniert wird, den ein Leser betrachtet, anstatt dass eines davon allein angeboten wird. Über die untersuchten Studien hinweg half diese Kombination jüngeren Lesern und Lesern mit Schwierigkeiten mehr als der reine Druck, wobei die Lücke für ältere, geübtere Leser, die nicht-narratives Material bearbeiteten, kleiner wurde. Das Muster stimmt mit der Illustrationsforschung überein: Audio-Erzählung, wie ein gut passendes Bild, scheint genau dort am meisten zu nützen, wo die eigene Dekodierung oder Aufmerksamkeit eines Lesers noch in Entwicklung ist – sie füllt das aus, was das unabhängige Lesen allein von einem Kind ohne Unterstützung verlangen würde.


Als ein Erlebnis gebaut, nicht zusammengestückelt

WonderBooks kombiniert Illustration und Erzählung auf derselben Seite bewusst – das Kunstwerk und das Audio werden gemeinsam für diese spezifische Seite erstellt, nicht eine separat aufgenommene Erzählspur, die nachträglich über ein unabhängiges Bilderbuch gelegt wird.

Eine WonderBooks-Storyseite, die Illustration und Text zusammen zeigt
Illustration, Text und Erzählung auf derselben WonderBooks-Seite.
A Bee's Melody, Clockwork Flight — Buchcover — Wonder Science
A Bee's Melody, Clockwork Flight → Eine der illustrierten, erzählten Geschichten auf Wonder Science. Stöbern Wonder Science →

Häufig gestellte Fragen

Helfen Bilder in einem Kinderbuch tatsächlich, die Geschichte zu verstehen?

Nicht automatisch. Eine in Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie ergab, dass Illustrationen allein die Erinnerung kleiner Kinder an eine Geschichte in einer kontrollierten Umgebung nicht zuverlässig verbesserten – die Aufmerksamkeit galt den Bildern, aber das führte allein nicht zu einem besseren Verständnis. Was half, war ein interaktiver Kontext, in dem ein Erwachsener und ein Kind während der Geschichte gemeinsam über die Bilder sprachen, oder, ähnlich, Illustrationen, die mit einer Erzählung kombiniert wurden, die dem Bild im Moment einen Zweck gab.

Verbessert das Hören einer Erzählung während des Lesens tatsächlich das Verständnis?

Eine Forschungsübersicht aus dem Jahr 2022 in der Educational Psychology Review ergab, dass die Kombination von Audio-Erzählung mit gedrucktem Text das Verständnis im Vergleich zum reinen Druck verbesserte, wobei die größten Fortschritte speziell bei jüngeren Lesern, Lesern mit Schwierigkeiten und Englischlernenden zu verzeichnen waren. Bei älteren, geübten Lesern, die Sachbücher bearbeiteten, war der Vorteil geringer.

Was ist die Dual-Coding-Theorie?

Es ist ein kognitionspsychologisches Modell, entwickelt von Forscher Allan Paivio, das beschreibt, wie das Gehirn verbale Informationen (Wörter) und nonverbale Informationen (Bilder) über zwei verbundene Systeme verarbeitet. Wenn beide auf denselben Inhalt angewendet werden – zum Beispiel ein passendes Bild und ein passender Satz – neigen Gedächtnis und Verständnis dazu, sich im Vergleich zu jedem Kanal allein zu verbessern.

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